Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Heinrich Laube und die Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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164 fremdes Element in der deutschen Literaturwelt, das ist von jenem jüdischen Elemente, welches wir nicht mit aufnehmen wollen in die Kreise des literarischen Stils. „Wenn unter Poeten Ritterlichkeit und Zartsinn niedergetreten werden soll, so ist dies noch schlimmer^ als wenn der marktschreierische Ausverkauf den soliden Kaufmannsstil auf den deutschen Messen untergräbt. „Nur in diesem Interesse für literarischen Stil halte ich solche Struenseekonkurrenz für erwähnenswert, undum an einem Beispiele zu zeigen, was ich unter Abweisung des jüdischen Moments in der Literatur verstanden wissen will, nenne ich einen jüdischen Schriftsteller unter uns, welcher dies uns widerstrebende Moment bereits gänzlich in sich überwunden hat. Dieser Schriftsteller ist Berthold Auerbach. Er ist ein redendes Zeugnis, daß sich der hingebende Jude unter uns gründlichdeutsch nationalisieren kann. Freilich wird dies nicht leicht im oberflächlichen Getreide des großstädtischen Lebens geschehen können. Auerbach hat auch die Lösung der schweren Aufgabe nicht in der Lungerei des- Kaffeehaus- und Börsentreibens, sondern in der keuschen Einsamkeit des Landlebens gefunden. Gabriel Rießer und noch mancher andere hat vor und neben Auerbach gezeigt, daß diese Nationalisierung des Juden nicht eine persönliche Ausnahme Auerbachs, sondern eine allgemeine Möglichkeit sei für durchgebildete jüdische Naturen/' Die in unserer Stelle stehenden schönen Worte über Berthold Auerbach wird man wohl gelten lassen, — sie dienen als Ergänzung zu dem oben S. 156 Gesagten —; gegen die sonstige Ausführung ist zunächst daran zu erinnern, daß Laube den großen Fehler begeht, eine persönliche Kränkung zum Gegenstand einer allgemeinen Erörterung zu machen, und daß er die einzelne Person,, den Jntriguanten Meyerbeer zum Typus des Juden: stempelt. Denn was er hier von Jndustrierittertum sagt,, hat mit Judentum und Christentum nicht das Geringste zu-tun — es gibt vielmehr derartige Schacherer unterallen Konfessionen — und grade die schöne Beurteilung. Berthold Auerbachs hätte den Verfasser zu größerer: