Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Heinrich Laube und die Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 10)
- Language
- German
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160 Laube gestand ihm wenig Talent für klassische Rollen zu. und behauptete (6, 35): „Das Schillersche Pathos wird bei ihm hohle Deklamation, die Goethesche Einfachheit streift bei ihm an trivale Nüchternheit, unsere Romantik gar wird ihm melodramatische Pauke", und zitiert den übrigens von einem Juden gemachten Witz über ihn: „Er mauschelt mit den Beinen". Gegenüber der Nichtachtung Dawisons, steht die Hochachtung, ja Verehrung Sonnenthals. Im direkten Gegensatz zu Dawison heißt es von ihm: „Sonnenthal ist auch Jude und wer vermißt an ihm vornehmes feines- Wesen?" (a. a.O.). Den jungen, noch unbekannten Künstler hatte Laube nach Wien eingeladen; obgleich er in den ersten Rollen mißfiel, behielt er das Vertrauen des Direktors, das im Laufe der Zeit glänzend gerechtfertigt wurde. Als seine wichtigsten Rollen werden die in Gottschalls „Pitt und Fox", in Laubes „Cato von Eisen", „Hamlet", des Königs in Grillparzers „Esther" gerühmt (9, 233 dagegen 7, 39; ferner 5, 137, 277, 279); er wird als Künstler mit hohen Lobesworten bedacht. Schon die Erwähnung des Esther-Fragmentes beweist, daß Laube an Stücken, die jüdische Stoffe behandeln, nicht achtlos vorüberging; daneben handelt er gelegentlich auch von solchen dramatischen Arbeiten, die von Juden herrühren. Was das Erstere betrifft, so ist zunächst auf Otto Ludwigs „Makkabäer" hinzuweisen. Laube berichtet von den Schwierigkeiten, die er gehabt, das Stück in Wien zur Aufführung zu bringen (die Wiener spöttelten über die „Synagoge im Burgtheaier"), braucht aber sonst nur die kurze Bemerkung: „Mit schlagender Charakteristik sind die Juden gezeichnet in ihrer sophistischen Manier, alle Grundsätze durch Erklärung zu zerfasern, ein deutliches Bild ihres staatlichen Untergangs". In Bezug auf das Letztere sei bemerkt, daß von ' Mels' „Heines junge Leiden", von I. Lederers „Häusliche Wirren" die Rede ist. (Bei dieser Gelegenheit kurz, über die „jüdische Witzader" 4, 238.) Ausführlicher wird über Mosenthals „Deborah" gehandelt. Laube erzählt