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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 161

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Heinrich Laube und die Juden
Date
1915-01-01
Page
Seite 161 (sequence 11)
Language
German
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161 launig, wie er der Weigerung des Grafen Dietrichstein begegnete, ein „Judenstück" passieren zu lassen, und wie er die Aufführung endlich 1864 durchsetzte. Er charakterisiert es dabei treffend (5, 185 fg.): „Eine heroische Jüdin kämpft den Kampf gegen Verfolgung und Verachtung der Juden durch bis zur Höhe reiner Entsagung, und in dieser ästhetisch klaren und ganz durchgeführten Absicht liegt Wert und Kraft des Stücks. Es hat sich bewährt, indem es auf allen Bühnen Zutritt, Wirkung und Dauer gefunden". Bei Gelegenheit eines anderen von einem Juden herrührenden nicht jüdischen Dramas (über das verschollene Drama „Ben David" von Neustädt vgl. die Aeußerung I, 72), nämlich des Struensee von Mich. Beer sprach sich Laube ausführlich, vielleicht am ausführlichsten über Juden und Judentum aus. Dieses Drama war zwar schon 1828 erschienen und einmal in München aufgeführt worden. Derselbe Stoff reizte unfern Dichter und er schrieb 1844 sein gleichnamiges Drama. Dessen Aufführung nun suchte Giacomo Meyerbeer, der Bruder des 1833 verstorbenen Dichters, zu hindern. Der einflußreiche Musiker wußte in der Tat das Laubesche Drama eine Weile von der Berliner Bühne fernzuhalten und setzte durch, daß vor Laube Mich. Beer mit seinem Drama zum Wort kam. Aus dieser Erbitterung heraus schrieb nun Laube folgendes (2, 191—193; ähnlich aber kürzer, 8, 404 sg.; über Meyerbeers Opern sprach er sich an vielen Stellen aus): „Ein fremdes Element dringt neuerer Zeit überall in unsere Bahnen, auch in die der Literatur. Dies ist das jüdische Element. Ich nenne es mit Betonung ein fremdes, denn die Juden sind eine von uns total verschiedene orientalische Nation heute noch, wie sie es vor zweitausend Jahren waren. Ich gehöre keineswegs zu den Gegnern der Judenemanzipation, im Gegenteil, ich dringe auf eine möglichst radikale; ich finde es tief fehlerhaft. der Emanzipation nicht alle ersinnlichen Wege zu öffnen. Denn als Mitmenschen haben die Juden alle Ansprüche auf menschliche, will sagen bürgerliche Rechte, ii

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