Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Heinrich Laube und die Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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157 diesen Bemerkungen wird der jüdische Ursprung dev Gekennzeichneten nicht erwähnt, ebensowenig bei den vielen, mit denen der Hannoveraner Detmold bedacht wird, der zuerst mit offenbarer Vorliebe behandelt, zuletzt aber als Mitglied der Reichsregierung, mit grimmigem Hasse verfolgt wird. Bei Ed. Simson wird das Feine, Weltmännische, Ehrwürdige gut hervorgehoben. Der einzige Jude, bei dem das Jüdische besonders betont wird, ist Gabriel Rießer. Ihm, dem schon in den Erinnerungen die prächtigen Worte gewidmet sind (9, 140): „Der blanke Gegensatz aus Hamburg saß neben ihm, Gabriel Rießer, ein rechter Gabriel; er gehörte in Lessings „Nathan" und hatte vor diesem voraus ein wunderbar warmes Herz, welches mit Engelstimmen sprach und aus den ewigen Gesetzen des Idealismus immer Hoffnung schöpft, immer Morgenrot erblickt. Auch er ist hinweggenommen von dieser Erde, dieser himmlisch christliche Jude! Es war unser bester Redner" gelten manche merkwürdige Stellen. Auffallenderweise findet sich keine längere Betrachtung über die eigentliche Judendebatte, d. h. über den von Moritz Mohl gestellten Antrag gegen die Emanzipation der Juden, (vgl. nur das hübsche Scherzwort über die Karrikatur Rießer — Mohl 37, 77); aber die Tätigkeit Rießers im Parlament, sein würdevolles Auftreten, die Wucht seiner Rede wird mehrfach geschildert (vgl. z. B. 38, 114). Die ihm gewidmete Hauptstelle (38, 30 ff.) lautet so: „Dies hätte sich nicht entwickelt, wenn Rießer nicht ins Zentrum gezogen worden wäre, denn die Seele dieses Talentes ist der Drang nach Vermittlung, nach schöpferischer Vermittlung. Was die Rede eines andern abschwächt, das hob die Rede Rießers. Von Humanität quillt sein Inneres über und von da quillt seine Begeisterung. Nicht also Kampf, nicht irgend eine Reizung, nicht ein Aufruf an die Leidenschaften entwickelt in seinen Worten die Beredsamkeit, nein, aus einem gleichsam religiösen Grunde arbeitet sich die