Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Heinrich Laube und die Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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154 unerschrockene Redakteur der „Volkszeitung" in Berlirr geworden, welche einen so selbständigen und so tiefen. Einfluß errungen hat in Preußen. Bernstein — dies ist sein Name — ist heute ein wichtiger, grundehrlicher Führer der unparteiischen Demokratie." In den dreißiger Jahren fand die Anknüpfung mit Börne und Heine statt. An Börne hat Laube ein paar Briese geschrieben, hat ihn aber niemals gesehen. 28a§- er über Börnes Bedeutung, seinen Stil sagt, ist interessant, ohne sonderlich originell zu sein, berührt aber das Judentum zu wenig, als daß es hier zu erwähnen wäre. Nur das eine ist hervörzuheben, daß Laube auf den großen Unterschied zwischen Börne und Heine aufmerksam macht und es für unrecht erklärt, beide immer nebeneinander zu nennen. Nur ein kurzer, über Börne gebrauchter Satz bei Gelegenheit des Besuches seines Grabes verdient hervorgehoben zu werden. Er lautet: „Nicht von der klassischen Zeit ist sein Stil abzuleiten, sondern allenfalls von der Bibel. Das Wort allein war seine Welt, nicht die Erscheinung, nicht die Gestalt, nicht die zusammengesetzte Mannigfaltigkeit des Poeten (9, 53)". Im Gegensatz zu den seltenen Erwähnungen Börnes stehen die zahllosen Heines. Aber sie bilden ein besonderes Kapitel für sich: Laube hat einen viele Jahre hindurchgehenden Briefwechsel mit Heine unterhalten, er hat ihn oft gesprochen, seine Mitteilungen sind in allen Heinebiographien verwertet; hier kommt es nur daraus an, zu konstatieren, daß das speziell Jüdische in Heine zwar mehrfach, aber keineswegs ausschließlich, erörtert wurde. Für unseren Zusammenhang ist es daher nur nötig, eine Stelle zu erwähnen, die so lautet (8, 414): „Heine selbst reicht in seinen Taten nicht weit über das hinaus, was man den Juden immer zugetraut hat. Geist und speziell Witz ist die Haupteigenschaft in ihm .... Ueber seine bürgerliche Beziehungen zum Juden- oder Christentum hat Heine nie zu mir gesprochen. Auch nicht in vertrautestem Gespräche. Er liebte dafür einen romantischen Schleier. So hat er mir nie erzählt, daß er sich in Langensalza habe taufen lassen. Und dabei sprach er