Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Spinoza über Staat und Religion, Judentum und Christentum
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 87)
- Language
- German
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-a u d i e b a t, eam aspexisse, nee tarnen videre eontigisse, nisi D ei p o s t er io r a (ib). 55) Nam nullis mediis corporeis adhibitis, menti Jiostrae suam essentiam communicat (362). 56) Attamen, nt homo aliquis sola mente aliqua jDerciperet, quae in primis nostrae cognitionis fnndamentis non continentnr . . ejus mens praestantior necessario, atque humana longe excellentior esse deberet (ib). 57) Quare non credo, ullum alium ad tantam perfectionem supra alios pervenisse, praeter Christum, cui Del placita ... sine yerbis aut visionibus, sed i m m e - •d i a t e revelata sunt (ib). 58) Et hoc sensu etiam dicere possumus, Sapientiam Dei, hoc est Sapientiam, quae supra humanam est, naturam humanam in Christo assumpsisse, et Christum viam salutis fuisse (362, 363). * 59) Verum monere hie necesse est, me de iis, quae quaedam Ecclesiae' de Christo statuunt, prorsus non loqui, neque ea ne gare; nam lib enter fateor, me ea non capere (ib). 60) 73. Brief (an Heinrich Oldenburg): „Um endlich über das dritte Stück meiner Meinung klareren Ausdruck zu geben, sage ich, daß es zum Heile nicht schlechthin notwendig ist, Christus nach dem Fleische zu erkennen, daß es aber etwas ganz anderes ist mit jenem ewigen Sohn Gottes, das heißt, mit Gottes ewiger Weisheit, die sich in allen Dingen und am meisten im menschlichen Geiste und non allen am meisten in Christo Jesu .kundgetan hat. Denn ohne diese Weisheit kann Niemand in den Stand der Seligkeit kommen, denn sie allein lehrt, was wahr und was falsch, was gut und was böse ist. Und weil diese Weisheit wie gesagt sich durch Jesum Christum am meisten kundgetan hat, so .. . Wenn übrigens einige Kirchen des weiteren behaupten, Gott habe menschliche Natur angenommen, so habe ich ausdrücklich bemerkt, daß ich nicht weiß, was sie damit sagen. Ja, offengestanden, scheint mir, was sie sagen, geradeso unsinnig, als wenn mir jemand sagen wollte, der Kreis habe die Natur des Quadrats angenommen". (Briefwechsel, herausgegeben von Gebhardt, Philos. Bibliothek S. 277). Diese Worte von Christus, als dem ewigen Sohne Gottes und in der Bedeutung von Gottes ewiger Weisheit, andererseits aber von Christo Jesu, in welchem diese göttliche in allen Dingen, am meisten aber im menschlichen Geiste enthaltene Weisheit sich wiederum am meisten kundgetan habe, hat DavidFriedrich Strauß seinem Leben Jesu als Motto vorgesetzt. Sie enthalten die ganze Zweideutigkeit dieses unaufrichtigen Pantheismus und der von ihm inspirierten Bibelkritik. . Interessant ist auch, daß hier auch die Seligkeit von dieser Weisheit abhängig gemacht wird, womit Spinoza hinter den Standpunkt des Noachiden zurücktritt (vergl. ob. S. 94 ff.). Sein Korre-