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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 118

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Spinoza über Staat und Religion, Judentum und Christentum
Date
1915-01-01
Page
Seite 118 (sequence 63)
Language
German
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118 klärung, wenn mit dieser Konsequenz, nach dieser: Methode die Philosophie von der Theologie abgetrennt wird. Hierbei wird die Philosophie auch von der Philo-- logie abgetrent. Und damit wird endlich auch die Moral,, als der Hauptinhalt der Schrift, nur in erbaulichen Zweideutigkeiten anerkannt, und was das Schlimmste ist: es wird eine Scheidewand aufgerichtet zwischen der Philosophie und „der natürlichen, allgemeinen Denkfähigkeit der Menschen" nämlich des Vulgus, also auchzwischen der Philosophie und der natürlichen Religion, während die natürliche Religion nur dadurch ewige Wahrheiten enthält, daß sie im Ganzen undim Einzelnen durch die Philosophie bewahrheitet wird. Die folgenden drei Kapitel sind der Kritik des Alten Testaments gewidmet, denen das 11. Kapitel mit einer kurzen Kritik über die Apostel und ihre Briefe sich, anschlietzt. Ein wichtiges Ergebnis dieser Bibelkritik, sofern sie ' nicht als Literaturwerk die Schrift beurteilt, sondern als das Wort Gottes, ist in dem Satze ausgesprochen: „Ichkann mit Bestimmtheit behaupten, daß ich bei den Morallehren keinen Fehler und keine Verschiedenheit der Lesarten gefunden habe, die die Lehren selbst dunkel oder zweifelhaft machen könnten (192)132). Es muß als ein Zeichen seines vorwiegenden Interesses fün den Glauben der natürlichen Religion anerkannt werden, daß er in dem Material seiner gründlichen Quellenforschung nicht gänzlich versinkt, sondern den Blick auf den Hauptinhalt der Schrift sich hier wenigstens freigehalten hat. In dem Kapitel über die A p o st e l verengt sich, wieder die Objektivität. Dies verrät sich schon in Zusätzen und in Widersprüchen. Hier heißt es von den Propheten: sie waren „nicht berufen, allen Völkern zu predigen und zu prophezeien, sondern nun einigen besonderen" (223) 188j. Immerhin heißt es hier nicht, daß sie nur für Israel gesandt worden wären. Von den Aposteln aber schließt er ihre Briefe von der Offenbarung aus, und überweist sie dem natür-

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