Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 40)
- Language
- German
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54 Hervorragende zeitgenössische Dichter, wie Schnitzler^ Wassermann u. a. haben sich bereits dieses neuen Stoffes bemächtigt und den Versuch gemacht, in die Psychologie des modernen Juden zu dringen und sie mit dichterischer Intuition zu behandeln. Diese Art von jüdischer Erzählung gewinnt bereits an Umfang, wobei ich kein Urteil über ihren dichterischen Wert aussprechen möchte. Im Rahmen dieser Revue läßt sich dies nicht tun. S. As ch hat die biblische Erzählung für die Jugend bearbeitet: „Kleine Geschichten aus der Bibel". Glücklich scheint mir diese Bearbeitung an Ton und Sprache nicht zu sein, was vielleicht auf Rechnung der Uebersetzung zu stellen wäre. Von E. A. G l o g a u ist ein Drama „Hagar", Schauspiel in 4 Akten, erschienen. Von A. Lanner liegt ein biblisches Drama „Job" vor. Der bekannte Prager Rabbiner und Theosoph, Rabbi Löb, ein Zeitgenosse des gleichgestimmten Kaisers Rudolf II, mit dem der gefeierte Rabbi einmal eine längere Unterredung gehabt hat, ist vonI. Heß zum Helden eines Dramas („Der Rabbiner von Prag") gemacht worden. G. Epstein's Erzählung aus dem jüdischen Leben „Hiob" ist in 2. Auflage erschienen. „Der Sohn des Hebräers" betitelt sich ein Roman eines russischen Juden von Matt io Aikio (übersetzt und eingeleitet von N. Hohe r). Die kulturgeschichtliche Erzählung „Der Baalschem von Michelstadt" von Juda eus liegt in 2. Auflage vor. H. Reuß veröffentlichte eine historische Erzählung „Der Sohn des Hosagenten" und „Jüdische Märchen". „Erlebte Erzählungen aus dem jüdischen Leben" bietet A. Levy. Einen jüdischen Kleinstadtroman schrieb A. Baum: ,-Die böse Unschuld". Die Ghettodichtung, die zwei Generationen geläufig und lieb war, wird in Erinnerung gebracht von A. Landsberg: „Das Ghettobuch", die schönsten Geschichten aus dem Ghetto (in 2. Auflage), und den unvergleichlichen jüdisch-deutschen Volkshumoristen Schalom A l e j ch e m (S. Rabbinowitsch), den man gewiß ohne Uebertreibung den besten Volkshumoristen aller Literaturen zugesellen darf, führt Mathias Acher in hochdeutschem