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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 55

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1915-01-01
Page
Seite 55 (sequence 41)
Language
German
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55 Gewände in die deutsche Literatur ein. („Die verlorene Schlacht", humoristische Erzählungen). Der glückliche, menschenfreundliche Humor des jüdisch-deutschen Dichters tritt in dieser Uebersetzung, soweit dies überhaupt möglich ist, sehr gut hervor. Am Schluß sei noch der italienische Roman „Israele“ von E. D. Colonna erwähnt. * * Mose ben Maimon, dieser umfassende Geist des jüdischen Mittelalters, hat sein großes Werk „Mischne Thora", in dem er das Judentum systematisch darstellte, mit der Erkenntnis der göttlichen Natur und mit der Sittenlehre des Judentums eingeleitet, um dies Werk mit der messianischen Erwartung des jüdischen Volkes abzuschließen. Das messianische Zeitalter schaute er nicht in nebelhafter utopistischer Gestalt, vielmehr erscheint es ihm, wie auch später dem jüdischen Philosophen Spinoza, im Lichte der Verwirklichung der jüdischen Ethik: daß die Menschheit den äußeren und den inneren Frieden ungestört genießen wird, indem es keine politischen und auch keine sozialen Kämpfe geben soll. Diesen glücklichen Zustand des Friedens, der sozialen Eintracht, der Gerechtigkeit und des sittlichen Fortschrittes (Spinoza fügt auch den technischen Fortschritt hinzu) wird den Völkern, allen Menschen ohne Unterschied, ermöglichen, ihre Kräfte der geistigen und sittlichen Vervollkommnung der Menschheit zu widmen und so das wahre Reich Gottes auf Erden zu gründen. Dies Ideal aus dem Judentum hervorgegangen und der ganzen Menschheit verkündet, wollen wir zu allen Zeiten, bis zu dessen Verwirklichung sesthalten. Dazu soll uns die Wissenschaft des Judentums dienen, die keine Gelehrsamkeit ist, sondern die geschichtliche Erforschung des zu seiner Höhe strebenden menschlichen Geistes.

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