Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 26)
- Language
- German
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40 tausenden zählt und es während seines Lebenslaufes schon die größten politischen Erschütterungen gesehen hat. Im Lichte unserer Geschichte erscheint uns daher das, was wir jetzt erleben, begreiflicher und mit dem Entwicklungsgang der Weltgeschichte im Zusammenhang stehend. Wir Juden haben bei solchen grandiosen Vorgängen bereits aktiv mitgewirkt, und wir tuen es auch jetzt in inniger Teilnahme an dem Schicksal der Völker, unter denen die Juden leben. Das Gerede von dem jüdischen Fremdkörper wird hoffentlich, wenn auch nicht ganz aufhören, wenigstens aber bei vernünftigen Menschen kein Gehör mehr finden. Für die Opferwilligkeit, alles für die Verteidigung der Heimat herzugeben, braucht man keine Beweise; sie ist selbstverständlich, weil natürlich. Deshalb aber brauchen die Juden ihre große geschichtliche Vergangenheit nicht zu verleugnen: sie sollen sie, im Gegenteil, mit inniger Liebe sorgfältig Pflegen, weil diese Vergangenheit der gesamten Kulturmenschheit angehört. Auch jetzt noch, und vielleicht jetzt am meisten, muß uns das als wertvoll erscheinen, was alle gesittete Menschen vereinigt und worin sie sich vereinigen können. Das ist die Bibel und die providentielle Geschichte Israels. Die ältere Geschichte des jüdischen Volkes behandeln I R Niedlich. „Geschichte Israels" und O. Eißseldt, „Israels Geschichte". I. Wellhausen's vielgelesene und vielbesprochene „Israelitische und jüdische Geschichte" liegt bereits in 7. Auflage vor; H. G uth e's „Geschichte des Volkes Israel" in 3. vielfach verbesserter Auflage. Auf dem Gebiete der ältesten Geschichte Israels und der jüdischen Geschichte im Altertum bis zur Auflösung des römischen Reiches ist für das letzte Berichtsjahr eine ansehnliche Zahl von Monographien zu vermerken. H. G r e tz m a n n veröffentlichte „Die Anfänge israelitischer Geschichtsschreibung". E. E. Jessel faßt die Ergebnisse der ägyptischen und assyro-babylonischen Forschungen, die allerdings noch immer nicht zum Abschluß gebracht sind, in einer kurzen Darstellung zusammen: „The unknown history of the Jews“. „Aus