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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 38

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1915-01-01
Page
Seite 38 (sequence 24)
Language
German
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38 erfordern wird. Das ist eine Lebensarbeit, die an sich volle Anerkennung verdient. Aber dieses wissenschaftliche Unternehmen ist durchaus nicht losgelöst von den Problemen unserer Zeit, vielmehr fesselt es unser Interesse aufs höchste. Schon Joel hat die Beziehungen Spinozas zu Gersonides wie auch zu Crescas unwiderleglich nachgewiesen, wodurch der Einstuß der jüdisch-arabischen Philosophie auf diesen modernen großen Philosophen klar wird. Das wird jetzt durch Kellermanns Arbeit, die alle Quellen jener philosophischen Epoche offenlegt, um so deutlicher werden. Allerdings müßte dabei betont werden, daß dadurch der Bedeutung Spinozas nicht der mindeste Abbruch geschieht. Denn selbst wenn jedes Einzelne bei Spinoza als aus älteren Quellen geschöpft nachgewiesen werden könnte, würde es doch sein unvergänglicher Ruhm bleiben, dieses Alles zu einer Weltanschauung vereinigt zu haben, von der Goethe auf der Höhe seines dichterischen Schaffens beherrscht war. — Dem Werke Kellermanns, dem Hermann Cohen ein warmes Geleitwort vorausgeschickt hat, ist im Interesse der Wissenschaft ein gedeihlicher Fortgang und Abschluß zu wünschen. Mit religiösen und ethischen Fragen in ihren Beziehungen zum Judentum der Gegenwart beschäftigt sich A. Kopciowski in seiner Abhandlung „Entwicklung und Judentum". Ein gedankenvoller Vortrag von H. Cohen „Die religiösen Bewegungen der Gegenwart" ist in dankenswerter Weise auch im Druck erschienen. Das religiöse Problem in seinen innigen Beziehungen zu dem gesamten Kulturleben ist in diesem Vortrag in seiner ganzen Tiefe erfaßt, und in kurzen prägnanten Sätzen bietet hier der philosophische Denker eine Fülle von anregenden Gedanken, denen nachzugehen es sich gewiß lohnt. Man kann diese Schrift als ein religiöses Programm unserer Zeit bezeichnen, als Richtlinie der religiösen und ethischen Entwicklung. Neue Arbeiten und Veröffentlichungen über Spinoza dürfen nicht unerwähnt bleiben, da das Verhältnis der spinozistischen Philosophie, der spinozistischen

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