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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 37

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1915-01-01
Page
Seite 37 (sequence 23)
Language
German
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37 Werden kann. Auch in der modernen Darstellung der Geschichte der Philosophie hat Gersonides, trotz einer gediegenen Würdigung durch Joel nicht den ihm gebührenden Platz erhalten. Dies hängt vielleicht damit zusammen, daß Gersonides philosophische Schrift nur Wenigen noch verständlich ist. Es ist daher ein nicht genug zu würdigendes Verdienst Kellermanns, daß er es unternommen hat, diese reiche Quelle tiefen menschlichen Denkens zu erschließen und damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Philosophie zu liefern. Es ist dies eine große, mit dein ganzen wissenschaftlichen Apparat durchgeführte Arbeit, von der vorläufig ein stattlicher Band vorliegt. Um das Buch des Gersonides ins Deutsche zü übersetzen, ging Kellermann zuförderst daran, einen richtigen Text herzustellen. Die beiden vorhandenen Drucke des Buches liefern einen solchen nicht; es mußten daher Handschriften aus den Bibliotheken zu Paris, Oxford und Parma herangezogen werden, die Kellerniann mit kritischem Verständnis benutzte. Da jedoch eine einfache wortgetreue Uebersetzung zum Verständnis des Philosophen nicht genügt hätte, andererseits jedoch eine Umschreibung des Originals vermieden werden sollte, so mußte Kellermann zu Erklärungen greifen, die die ganze Materie lichtvoll darstellen. Dabei gelangte er auch zum Nachweis der Quellen, aus denen Gersonides geschöpft hat. Dies ist keineswegs so leicht, wie es den Laien dünken mag. Denn abgesehen davon, daß dazu die völlige Beherrschung der alten griechischen und der mittelalterlichen arabischen Philosophie gehört, muß noch mit dem Umstand gerechnet werden, daß die Schriftsteller älterer Zeit Denker und nicht Gelehrte nach der Auffassung unserer Zeit waren. Sie verarbeiteten das ihnen vorliegende reiche Material, ohne ihre Bücher und Abhandlungen mit Zitaten zu schmücken. Kellermann hat im vorliegenden ersten Teil seiner Arbeit die 14 Abschnitte des ersten Traktats der genannten philosophischen Schrift gegeben. Es kann daher angenommen werden, daß das Ganze etwa 5—6 Bände

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