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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 21

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1915-01-01
Page
Seite 21 (sequence 7)
Language
German
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21 jüdischen Gelehrten soviel geleistet wurde. Es zeigt sich jedoch, daß auch in dieser Beziehung noch sehr viel zu berichtigen und aufzuhellen ist. Man kann daher nicht mit Bezug auf die Bibelforschung das Wort des biblischen Zweiflers anwenden: des Büchermachens ist gar kein Ende. Es mag manches Wertlose auf den Büchermarkt gebracht werden, manches Kritiklose und sogar Irreführende. Aber im großen und ganzen ist diese Literatur, die sich um die Bibel gruppiert, nicht nur reichlich, sondern auch reichhaltig. Ich muß nur bei dieser Gelegenheit hervorheben, daß mir gerade in diesem Jahre ein beträchtlicher Teil der wissenschaftlichen Erscheinungen unbekannt geblieben ist, was mit dem Weltkrieg in engster Verbindung steht. Die Völker, die sich mit der Bibelkunde am ein- -gehendsten und gründlichsten befassen und in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiete das Wertvollste geleistet haben, gehören insgesamt der germanischen Rasse an. Es sind dies Deutsche, Engländer, Holländer und Amerikaner. Franzosen und Italiener sind in dieser Forschung weit schwächer vertreten. Man kann diese Erscheinung gewiß nicht auf einen Zufall zurück führen. In erster Reihe dürfte dies durch die Tatsache begründet sein, daß die protestantische Welt der Bibel mehr Interesse entgegenbringt, als die katholische. Indessen läßt sich nicht leugnen, daß sich in Deutschland auch katholische Theologen in den letzten Jahren mit großem Eifer der Bibelforschung zugewandt haben. Es ist dies eine andere Art von Bibelwissenschaft; sie ist viel konservativer und zurückhaltender als die protestantische. Aber dies hat zweifellos auch sein Gutes. Eigentümliche ist auch dabei, daß sich die Mitarbeiterschaft jüdischer Gelehrter an dieser Wissenschaft fast ausnahmslos in Deutschland, England und Amerika zeigt. Dies beweist, welchen Einfluß die Umgebung auf unsere Volksgenossen selbst in einer Sache ausübt, die ihnen so nahe steht und mit der das geschichtliche Dasein der Juden aufs engste verknüpft ist. Infolge des Krieges sind mir die neuesten Erscheinungen und die Fachzeitschriften aus England und Amerika nicht

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