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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 7

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Rückblick auf das Jahr 5674
Date
1915-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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die Deutschen nicht an. Sie bestiegen die Eisenbahn, und in dreißigstündiger Fahrt gings nach Aleppo, dann mußten 117 Kilometer zu Fuß gewandert werden, wobei ein 1100 Meter hoher Paß zu überschreiten war. Hierauf fuhren sie wieder mit der Bahn, und zwar über Adana nach Dorek. Abermals mußten sie zu Fuß gehen. Diesmal über das Taurusgebirge bis Bosanti. Diese Wanderung dauerte zwei Tage. In 44 ständig er Fahrt wurde sodann Konstantinopel erreicht. Dort sowie in Bulgarien und in Rumänien empfingen die Reisenden zahlreiche Zeichen der Freundlichkeit, die Fahrt durch Ungarn war aber wie ein Triumphzug. Als in Passau die deutsche Grenze erreicht wurde, waren seit der Abreise von Haifa 21 Tage vergangen. Ueberhaupt hat es sich gezeigt, daß unsere Zionisten in Deutschland und Oesterreich die Liebe zu dem Geburtslande nicht über der Sehnsucht nach Palästina aufgegeben haben. Zahlreiche zionistische Jünglinge und Männer haben die Waffen für die beiden verbündeten Staaten ergriffen, und ändere speziell jüdische Verbindungen studentischer und turnerischer Art haben annähernd alle ihre Mitglieder ins Feld gesandt, von denen schon viele den Heldentod vor dem Feinde gefunden haben. In Oesterreich haben die jüdischen Studenten überall gebeten, vorn in der Front gegen Rußland kämpfen zu dürfen, und soweit die militärischen Interessen es zulassen, erfüllen die Behörden diesen Wunsch. Man schätzt die Zahl der österreichisch-ungarischen Israeliten, die bei Beginn des Kampfes schon unter den Waffen standen, ans ein kriegsstarkes Armeekorps, also etwa 60000 Mann. Diese Zahl hat sich seitdem zweifellos noch bedeutend vergrößert. In allen Synagogen Deutschlands wurde am 5. August der Bettag feierlichst begangen. Ueberall drängten die Gläubigen sich in dichten Mengen in die Gotteshäuser, um von dem Herrn der Heerscharen den Sieg für die Sache des Vaterlandes zu erflehen, die zugleich die Sache des Rechtes und der Gesittung ist; und um für das Wohl der Angehörigen und Freunde zu flehen, die den

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