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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 6

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Rückblick auf das Jahr 5674
Date
1915-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Und „diesem Gesetze getreu" — wie es auf dem Grabdenkmal der dreihundert Spartaner von Thermopylä hieß — zugleich auch folgend den Vorschriften ihrer Religion, eilten die Juden in wehrhaftem Alter bei Ausbruch des Krieges massenhaft zu den Fahnen, nicht nur die dazu Verpflichteten, sondern auch viele Tausende von Freiwilligen, die entweder ihren Jahren nach noch nicht einzufordern oder wegen irgend einer Ursache von der Wehrpflicht befreit waren. In der einzigen Gemeinde Bamberg gab es achtzehn jüdische Kriegsfreiwillige, darunter einen Familienvater mit sieben Kindern. In der Gemeinde Bremen meldeten sich ebenso als Freiwillige viele Verheiratete, darunter ein erst im vergangenen Jahre Naturalisierter von 52 Jahren, der gleich seinen erwachsenen Sohn mit sich brachte. In dem Städtchen Pforzheim haben sich achtzehn jüdische Patrioten freiwillig in das Heer einstellen lassen, darunter ein Vater von sechs Kindern. Der älteste Leutnant des preußischen Heeres ist Ludwig Stern aus Aachen, der zu 63 Jahren abermals eingetreten ist. In Bayern hat gar ein Vierundsechzigjähriger, Emanuel Goldschmidt aus Würzburg, der schon im Jahre 1870 das Eiserne Kreuz erworben, sich wieder zum Dienste gemeldet und steht bei einem Landsturmbataillon in Saargemünd im Kriege. Jüdische Familien, die sechs, sieben Angehörige im Felde haben, sind nicht selten. Die Begeisterung, die das ganze deutsche Volk erfüllt, reißt ebenso dessen jüdische Söhne mit sich, die oft mit vielen Schwierigkeiten aus fernen Ländern zu den Fahnen eilen. Ein Beispiel für viele aus Palästina': Oberlehrer Tachauer, praktischer Arzt vr. Auerbach und Landwirt Dr. Treitel,, sämtlich Beamte der zionistischen Organisationen in Haifa, haben mit 32 anderen in Haifa wohnenden Deutschen auf folgende Weise dem Rufe zu den Fahnen Folge geleistet: Eine Möglichkeit, zu Schiff nach Konstantinopel zu fahren, bestand nicht, da ein französischer Kreuzer auf der Lauer nach deutschen Wehrpflichtigen lag. Das deutsche Konsulat erklärte, daß unter den obwaltenden Umständen eine Gestellung unmöglich sei. Doch das focht

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