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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Meschummed
Date
1914-01-01
Page
Seite 249 (sequence 64)
Language
German
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— 249 Warfen der geliebten Toten einige Hände voll Erde auf die Lade, und nun polterten die Schollen hinunter. Der letzte Spatenstich ist getan. Die Gemeinde hat sich von dem frisch aufgeworfenen Grabhügel einige Schritte nach der freien Stelle des Friedhofes hin entfernt, und alle bilden einen Kreis, in dessen Mitte der Kultusbeamte mit dem alten Süßklang tritt. Salomon Süßklang ist in der Menge geblieben. Da treten die um ihn scheu zurück, daß auch er in einem kleinen Kreise steht, seitlich von dem großen Kreise, in dessen Mitte sich der Vater mit dem Amtsgenossen befindet. Atemlose Stille tritt ein, aller Augen wenden sich Salomon Süßklang zu, der für einen Augenblick die Augenlider schließt und in innerem Kampfe dasteht. Er tut einen Schritt aus den Vater zu. öffnet die Augen und sieht die Blicke der Gemeinde aus sich ruhen, und ihm ist, als ob ihn diese Blicke bannten, ihn festbannten an der Stelle, wo er steht. . Da gibt der Kultusbeamte das Zeichen zum Kaddisch, und klar und deutlich beginnt der alte Süßklang das Gebet. Die Spannung löst sich, und alle Blicke wenden sich vom Sohne auf den Vater, von dessen Lippen es ruhig und ergeben klingt: „Verherrlicht und geheiligt werde Dein großer Name in der Welt, die sich einst verjüngen wird. Du wirst die Toten beleben und sie erstehen lassen zum ewigen Leben. Du wirst die Stadt Jerusalem einst wieder erbauen und den heiligen Tempel gründen in ihrer Mitte. Ja, der Heilige, gelobt sei er, wird regieren in Würde und Herrlichkeit. So sei es in Eurem Leben und in Euren Tagen und in den Tagen des ganzen Hauses Israel, bald, in naher Zeit. Darauf sprechet:" Und die ganze Gemeinde sagte: „Amen!" „Sein Name sei gepriesen in Ewigkeit, er ist erhaben über alles Lob und Lied. Darauf sprechet:" „Amen!" klang es einmütig aus dem Munde der ganzen Gemeinde.

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