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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 243

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Meschummed
Date
1914-01-01
Page
Seite 243 (sequence 58)
Language
German
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— 243 schämen, aus M. zu sein, daß man mit e alten Beamten so was macht. — Mein Abram, er soll leben und gesund sein, is e guter Mensch, wie Se keinen in ganz M. haben!" Wußte Herr Süßklang auch, wie solche Freundschaftsbezeugungen zu bewerten waren, so waren sie ihm doch eine Bestätigung dessen, was er in diesen traurigen Stunden auch sonst schon bemerkt hatte, daß sich nämlich ein Umschwung in der Gemeinde zu seinen Gunsten anbahnte, und daß er hoffen durfte, nicht noch auf seine alten Tage auf die Gasse gesetzt zu werden. Salomon Süßklang war bei allen diesen Besuchen zugegen, und auch er hatte den Eindruck, als ob sich die Angelegenheit der Amtskündigung einer glücklichen Lösung näherte. Sie lischt vor der Beerdigung. Es war die Nacht Vor der Beerdigung. Man hatte in der Vorderstube auch für den Sohn ein Lager hergerichtet, und nach der Sterbestunde der Mutter fand er den ersten Schlaf. Doch mitten in der Nacht weckten ihn angstvolle Rufe. Erschreckt lauschte er den wirren Reden des Vaters, die dann und wann von einem ängstlichen Aufschrei unterbrochen wurden. Der alte Mann rief nach seiner Frau. Einigemale rief er angstvoll ihren Namen. Dann entstand eine längere Pause, und der Sohn hörte die tiefen Atemzüge des Vaters. — Nun sprach er wieder aus dem Schlafe. Es mußten eigentümlich wirre Träume sein, die den alten Mann quälten: „Laß die Chemisetts liegen, mein Kind, was willst Du Dich so quälen!" Und wieder nach einigen Minuten: „Geh, was willst Du mit dem Brautkranz, Du bist 'ne alte Frau!" Und da schrie er schrecklich auf: „Geh nicht, geh nicht, mein Kind! Geh nicht mit Salmen, geh nicht, geh nicht, wir haben um ihn Schiwe gesessen!" 16*

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