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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 237

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Meschummed
Date
1914-01-01
Page
Seite 237 (sequence 52)
Language
German
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237 „JisroeiU) bleibt Jisroeil, und wenn er sich dreimal taufen läßt." Me Stimmung in der Gemeinde kchlSgt um. Die Stimmung war in derGemeinde gegen Süßklangs milder geworden. Das Geständnis Salomons über seine Vermögensverhältnisse, das von Herrn Silberreich nicht geheimgehalten wurde, hatte diesen und jenen schon bedenklich gestimmt, und als dann die letzten Worte der Sterbenden bekannt wurden: „Du wirst nicht Not haben, Gott wird helfen", da ging der Gemeinde eine Ahnung auf über die Wirkung, die ihre Kündigung gehabt hatte. Oft hörte man, wenn vom alten Süßklang die Rede war, ein „Nebbich"; und da in diesen Tagen seiner oft gedacht ward, so erklang dieser Ausdruck des Bedauerns immer häufiger. Aber es blieb nicht bei dem Nebbich; bald hörte man auch Worte des Vorwurfs, daß man die alten Leute so behandelt hatte, und sie wurden ohne Widerspruch hingenommen. Besonders die Frauen der Gemeinde, die sonst in der Gemeindepolitik nur das Echo ihrer stärkeren Hälfte bildeten, nahinen sich des Beamten an. Was sollte der Mann in seinem Alter wohl ansangen? Es sei kein Renommee für die Gemeinde, daß sie ihm den Stuhl vor die Tür setzte,. — ihm, dem alten, bewährten Beamten, der stets seine Pflicht und Schuldigkeit getan hatte. Pflicht und Schuldigkeit? — Mehr, viel mehr als die! — Stand er nicht jederzeit der Gemeinde zur Verfügung? — Verwies er jemals auf die Schlachtstunde, wenn einer zu anderer Zeit seine Dienste in Anspruch nahm, und wer hätte sich in der Gemeinde je um die Schlachtstunde bekümmert! — Und sein Vorbeten? — Sein Vorbeten! — Konnte sich der Kantor einer der zahlreichen Nachbargemeinden mit dein alten Süßklang messen? Warum hatte man zur Einweihung der Synagoge in R. ihn, gerade ihn kommen lassen? — Könnte wohl ein Chasen weit und i) Israelit.

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