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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 234

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Meschummed
Date
1914-01-01
Page
Seite 234 (sequence 49)
Language
German
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234 Doktor Vorbei. Am nächsten Tage geht Salomon Süßklang blassen Gesichts und mit bedrücktem Gemüt hin und her. Der Vater hat ein Gebetbuch aufgeschlagen und murmelt Gebete vor sich hin; von dem Sohne hat er heute kaum Notiz genommen. Da wird's diesem immer beklommener zumute. Die Stube wird ihm zu enge, ihm ist, als ob die Decke ihm auf den Kopf fallen will. Er greift zum Hut, zieht sich den Ueberzieher an und geht hinaus. Er schlägt den ersten Weg ein, der ins Freie führt; nur nicht Menschen, namentlich nicht Bekannten begegnen l Da geht er zwischen den Gärten einher. Die Bäume stehen kahl da, vom Herbstwinde hin- und hergebogen. Die Luft ist ein wenig neblig. Jetzt schlägt er einen Weg ein, der zum Walde führt. Er ist zufrieden, als der Wald ihn aufnimmt, hier kann er bequem jedem ausweichen, die Bäume müssen ihn bald jedem Auge verbergen. Lange wandert er ziellos auf einem Waldwege dahin. Er kann keinen rechten Gedanken fassen, ihm ist ganz dumpf im Kopfe. Die Sonne blickt verschleiert durch den Nebel, und hin und wieder schreckt ihn der Schrei eines Waldvogels aus seinem dumpfen Brüten auf. So mochte er wohl stundenlang gegangen sein. Der Nebel ist verschwunden, und. die Sonne scheint mit hellem Glanze vom wolkenlosen Himmel auf die in allen Farben schimmernden Laubbäume, zwischen denen er dahinschreitet. Er hat den Waldweg verlassen und ist jetzt auf der Chaussee. Da biegt aus dem Walde ein Wagen auf die Chaussee, und er erkennt bald den Doktor Werbel, mit dem er vom Krankenbett der Mutter her näher bekannt ist. Der Doktor ruft ihn an und ftagt, wo er hinwolle, sie seien hier über eine Meile von M. entfernt. Auf die etwas verworrene Antwort lud er Süßklang zum Mitfahren ein; er habe zwar noch auf einem Dorfe in der Nähe zu tun, doch käme Süßklang mit ihm immer noch schneller nach M. als zu Fuß. Süßklang schwankt, ob er das Anerbieten annehmen solle; da blitzt ein Gedanke in ihm auf. Der Doktor

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