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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 212

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Meschummed
Date
1914-01-01
Page
Seite 212 (sequence 27)
Language
German
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212 Und als er's vollendet hatte, da tröstete es den alten Mann, und voll gläubiger Hoffnung erhob er seine Augen und betete: „Schauen mögen unsere Augen, wenn Du Dich Zion wieder zuwenden wirst in Barmherzigkeit." Und mit inniger Ergebung sprach er die Worte: „Wir danken Dir und bekennen, daß Du bist der Ewige, unser Gott und unsrer Väter Gott, in alle Ewigkeit. Der Fels, an den wir uns klammern, der Schild, unter dem wir uns bergen, bist Du uns von Geschlecht zu Geschlecht. Wir danken Dir für unser Leben, das Du in Deiner Hand trägst, und für unsre Seelen, die Dir anvertraut sind, und für Deine Wunder, die an jedem Tage uns umgeben, und für Deine Wohltaten, mit denen Du uns jederzeit bedenkst. In alle Ewigkeit hoffen wir auf Dich." Nach dem Gottesdienst hielt sich Süßklang nicht im Gotteshause auf. Bevor noch jemand Zeit finden konnte, ihn anzusprechen, war er schon aus der Straße und eilte nach Hause. Sturm in Ser SemeiaSe, unS was er anrichtete. Um so angelegentlicher beschäftigte man sich in der Gemeinde mit dem Besuche im Süßklangschen Hause. Der eine erzählte von fabelhaften Reichtümern, die der Sohn aus Amerika mitgebracht habe. Ein anderer wollte wissen, daß er nichts mitgebracht habe und nichts besitze als die Kleider auf dem Leibe. Aus Briefen von Verwandten wußte man, daß für den Uebertritt Salomon Süßklangs seinerzeit die Liebe zu seiner jetzigen Gattin die Ursache gewesen war. Es verbreitete sich nun das Gerücht, daß er seine Frau, nach einer andern Version auch Kinder mitgebracht habe. Merkwürdigerweise fand das Gerücht Glauben, und man ärgerte sich, daß der Mann, der abtrünnig geworden war, ins Elternhaus zurückzukehren und gar auch noch seine Familie mitzubringen wagte. Klärte sich's auch bald auf, daß er allein gekommen war, so war der Aerger deswegen nicht geringer.

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