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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 191

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Meschummed
Date
1914-01-01
Page
Seite 191 (sequence 6)
Language
German
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191 Da kniff Joseph Krotoschin das eine Auge ein, legte den Kopf ganz auf die Seite und sagte, den Kopf in die Höhe schnellend und dann nickend: ' „Se sollen's alle Jahr verdienen, was es mehr is, Chasen!" Daun erfaßte Krotoschin des Kantors obersten Rockknöpf, bewegte diesen hin und her und sagte gewichtig: „Achthundert Taler, Chasen, nich e Fennig weniger, so wahr sollen Se leben und gesund sein!" Süßklang staunte und wünschte sich ebenfalls, wenn auch mit größerer Aufrichtigkeit, die Differenz als Jahreseinkommen. M ^Wegwerfend fuhr Joseph Krotoschin fort: „Spaß! —Hundert Taler! — Mit solche Geschäften befaßt sich nich mein Sohn. Da missen Se zu Behrn am Markt gehn! Die Leut' meinen Wunder, was se sind, wenn se mal am Michelsmarkt hundert Taler Losung haben. Das sind Lapolien vor mein Abramleben!" Die beiden Männer waren vor der Synagoge angekommen, und Krotoschin wollte seiner Nichtachtung über das Behrsche Geschäft noch weiter Ausdruck geben, als die Ankunft eines dritten, des Herrn Königsberger, ihn veranlaßte, dieses Vorhaben auszugeben. Krotoschin wußte, daß Königsberger mit Behr befreundet war, und er mußte deshalb eine Gegenüberstellung der Geschästseinnahmen seines Sohnes und des Herrn Behr vermeiden, konnte sich's aber nicht versagen, das Glück seines Sohnes auch dem Herrn Königsberger gegenüber zu preisen. „Ich erzähl' eben," bemerkte er, „daß mein Abram, er soll leben und gesund sein, letzten Wochenmarkt achthundert Taler Losung gehabt hat." 'ne hübsche Einnahme," sagte mit anerkennendem Tonfall Königsberger, „bleiben mindestens zweihundert Taler bar Verdienst." „Wieviel Perzent sind das?" forschte Krotoschin. „Fünfundzwanzig," belehrte Königsberger. „Was? Fünfundzwanzig Perzent?" entrüstete sich

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