Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Wanderungen im Mittelalter
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 22)
- Language
- German
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- Oman 1× ep/1047563
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181 Nichtsdestoweniger besaßen diese Juden Pferde und ganze Karawanen, segelten auf ihren eigenen Schiffen, lange vor der Zeit, in der große Kaufleute, wie z. B. der englische Jude Antonio Fernandes Carvajal auf feinen eigenen Booten zwischen London und den Kanarischen Inseln Handel betrieb. Wir hören von Juden in Palästina im 3., von italienischen im 5. Jahrhundert, die eigene Schiffe besaßen, im Mittelländischen Meer gab es jüdische Seeleute in großer Zahl, und man sagte, daß es dahin zielte, ein jüdisches Meer zu werden. Zwei Handelsstraßen kamen für die Juden hauptsächlich in Betracht, „auf der einen fuhren sie von den Häfen Frankreichs und Italiens nach der Landenge von Suez und dann hinunter nach dem Roten Meer, nach Indien und Ostasien, auf einer anderen beförderten sie die Güter des Westens nach der syrischen Küste, den Orontes hinauf bis Antiochien, dann den Euphrat hinab bis Bafsora und so am persischen Meerbusen entlang nach Oman und dem südlichen Ozean". Ebenso gab es zwei hauptsächlichste Landstraßen. Einerseits zogen die Kaufleute aus Spanien über die Meerenge von Gibraltar, mit Karawanen von Tanger aus am nördlichen Rande der Wüste entlang nach Aegypten, Syrien und Persien. Das war die südliche Straße. Dann gab es eine Straße im Norden durch Deutschland, über die Länder der Slaven nach der unteren Wolga und von da den Fluß hinab zu Schiff über das Kaspische Meer, dann zog der Reisende am Oxustal entlang nach Balkh, wandte sich nach Nordost, durchquerte die Gegend von Turkestan und war schließlich an der Grenze von China angelangt. Erwägt man die Ausdehnung einer solchen Reise, so ist man nicht überrascht zu hören, daß die größten Autoritäten darüber einig sind, daß im Mittelalter vor dem Aufkommen der mächtigen italienischen Handelsrepubliken die Juden die wichtigsten Vermittler zwischen Europa und Asien waren. Ihre großen Handelsunternehmungen brachten viel Gutes mit -sich. Der Jude brachte nämlich nicht nur neue Lebensmittel und Luxusgegenstände nach Europa, sondern er diente auch den