Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Wanderungen im Mittelalter
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 21)
- Language
- German
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p.;' - 180 — { \ unter tatsächlich durch die Abgaben erhalten, welche die fe Juden zahlen mußten. In England mußte vor 1290 P ein Jude zu Fuß einen halben, zu Pferde einen ganzen fy Penny bezahlen — eine große Summe für jene Zeit, p Für einen toten Juden zahlte man 8 Pence. Die |.: Bestattung war lange Zeit nur in London gestattet und; die Summe, die man dafür zu zahlen hatte, daß man [ die Leiche eines Juden bis nach London bringen konnte. mutz bei der Menge der Brücken ganz beträchtlich gewesen V sein. In der Kurpfalz hatte der jüdische Reisende den y üblichen Pfennig für jede Meile zu zahlen, aber außerdem wurde ihm eine schwere Steuer für die ganze Reise abgenommen. Wurde er ohne seinen Erlaubnisschein angetroffen, dann wurde er sofort verhaftet. Kam er aber gar zu einer Brücke, dann wuchsen die ihm «-geforderten Lasten ins Unerträgliche. Die Bestimmungen darüber ä' darf man wohl hinterlistig nennen, denn genau genomnren, hatte der Jude eine besondere Steuer nuran Sonn- und kirchlichen Feiertagen zu zahlen, aber jeder Tag konnte schließlich Festtag irgend eines Heiligen sein, und j . während z. B. in Mannheim an solchen Tagen ein! christlicher Fußgänger, der über eine Brücke ging, einen und ein Reiter 2 Kreuzer zahlte, mußte der Jude 4 - Kreuzer zahlen und, wenn er zu Pferde war, 12; außer- ' dem mußte er für jedes beladene Tier einen besonderen Zoll von 8 Kreuzern entrichten, während der christliche Wanderer es frei herüberbrachte. Die Judenviertel lagen oft in der Nähe der Brücken, und die Juden hatten daher häufig Gelegenheit, die Brücken zu passieren, auch um ihre einfachsten Besorgungen zu machen. In Venedig war natürlich das Judenviertel durch Brücken verbunden, in Rom gab es einen Pons Judäorum, welchen die Juden auf ihre Kosten in Stand zu halten hatten. Es muß ferner erwähnt werden, daß viele jüdische Gemeinden ständig eine Brückensteuer zu zahlen hatten, die man ' ■ von Christen nicht forderte. Zieht man das alles in Betracht, so begreift man wohl, daß der jüdische Kaufmann schwer arbeiten und weit reisen mußte, wenn er aus seinen Unternehmungen irgend einen Nutzen ziehen wollte.