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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 163

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Wanderungen im Mittelalter
Date
1914-01-01
Page
Seite 163 (sequence 6)
Language
German
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163 wurden die Pilgerfahrten der Juden häufiger, aber der wirkliche Zustrom von Juden nach Palästina datiert erst von 1492, als viele der aus Spanien Vertriebenen sich dort ansiedelten und den Kern der gegenwärtigen sephardischen Bevölkerung bildeten. Im ganzen darf man sagen, daß im Mittelalter die Reise nach Palästina mit soviel Schwierigkeiten verbunden war, daß es von den Männern sehr rücksichtsvoll war, in den meisten Fällen ohne ihre Frauen dorthin zu ziehen. Und es muß ferner betont werden, daß in der Regel der Jude, der fortzog, um den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen, nicht daran denken konnte, seiner Frau zu gestatten, die Gefahren und die Anstrengungen des Weges zu teilen. Im Elul 1146 kehrte Simon der Fromme aus England, wo er mehrere Jahre gelebt hatte, zurück, er begab sich nach Cöln, um von dort aus das Schiff heimwärts nach Trier zu nehmen. Auf dem Wege in der Nähe von Cöln wurde er von Kreuzfahrern niedergeschlagen, weil er sich weigerte, die Taufe zu nehmen. Die jüdische Gemeinde in Cöln kaufte den Leichnam von den Bürgern und begrub ihn auf dem jüdischen Friedhof. Zweifelsohne war es oft eine grausame Notwendigkeit, die Mann und Frau trennte. Das jüdische Gesetz gestattete jedoch selbst in jenen Ländern, in denen die Monogamie nicht rechtmäßig anbefohlen war, den Juden nicht, sich mit einem Weibe zu Hause und einem anderen draußen zu trösten. Von Flavius Josephus wissen wir, daß er eine Frau in Liberias hatte und eine andere in Alexandrien, und dasselbe ist uns von königlichen Beamten in der römischen Zeit überliefert. Die talmudische Gesetzgebung hingegen untersagte streng eine solche Freiheit, obwohl sie nicht direkt verbot, daß man zu Hause mehr. als eine Frau hatte. Wir hören gelegentlich von einer Frau, deren Unbotmäßigkeit während der Abwesenheit des Mannes wächst und die einen anderen Mann nimmt. 1272 ging Isaak aus Erfurt auf eine Geschäftsreise und, obwohl er nur vom 9. 3. 1271 bis zum Juli 1272 abwesend war. fand er bei seiner Rückkehr, 11*

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