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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 136

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Die Predigt im Judentum
Date
1914-01-01
Page
Seite 136 (sequence 11)
Language
German
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136 Juden waren ein begabtes Geschlecht, gute Juden, tiefe Kenner ihrer Religion und Erforscher ihrer Wissenschaft. Aus ihrer Mitte sind die großen Religionsphilosophen hervorgegangen, Maimonides, Albo, Kreskas, die unsere Sache anderen Religionen gegenüber führten und dadurch ihr Judentum selber vertieften. Gleichzeitig nahmen sie mit dem größten Eifer an dem allgemeinen Kulturleben ihrer Zeit teil. Sie konnten nicht nur die friedlichen Verkündiger des Judentums sein, Verhältnisse, welche die griechischen und palästinensischen Juden noch nicht gekannt hatten, hatten die sephardischen Rabbiner auf der Kanzel ins Auge zu fassen. Die italienischen und spanischen Juden waren nämlich, sehr gegen ihren Willen, vom 16. Jahrhundert ab auch fleißige Kirchgänger. Sie sollten zum Christentum bekehrt werden und mußten deshalb die Kirchen besuchen und dort Predigten anhören, die ihnen die Wahrheit des Christentums und den Unwert des Judentums erweisen sollten. Durch Heines „Disputation" ist das ja auch weiteren Kreisen bekannt geworden. In der Bulle Sancta Mater Ecclesia vom 1. September 1584 verfügt Gregor XIII. sogar, daß die Juden vom 12. Lebensjahre an an jedem Sonnabend nach beendetem synagogalen Gottesdienst eine Bekehrungspredigt in der Kirche hören müßten. Die Juden waren durch Gesetze tief bedrückt, manche stopften sich Watte in die Ohren, um nichts zu hören (Berliner, Geschichte der Juden in Rom II. Band S. 37). Wertvoller als solche Abwehr waren die Predigten, in denen die Rabbiner den Dominikanern entgegenwirkten. Die Kanzel ward damals die Schanze, aus der das Judentum verteidigt wurde. Die Predigten aus dieser Periode sind heute noch sehr interessant. Judentum, Leben und Philosophie durchdringen sich, und mit großer Gewandtheit haben die Prediger für alles die rechte Form gefunden. Ein gutes Bild von ihrer Art gibt die schöne Abhandlung von S. Bäck, „Die Darschanim vom 15 bis zum 18.Jahrhundert (bei Winter u.Wünsche, Die jüdische Literatur seit Abschluß des Kanons Band II S. 609 ff). Die Meister jener Epoche, ein Isaak Arama,

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