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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 124

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Neue Bund in Damaskus
Date
1914-01-01
Page
Seite 124 (sequence 28)
Language
German
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124 mit Namen Berufenen, werden am Ende der Tage kommen. Ein neuer rechter Lehrer wird erscheinen, ein Fürst der ganzen Gemeinde, der Messias. Es wird ein Gesalbter Ahrons und Israels sein, ein Gesalbter Ahrons, das heißt ein Priester, und ein Gesalbter Israels, das heißt ein König. — Hier haben wir wieder einen fundamentalen Unterschied zwischen unserer Sekte und der übrigen Judenheit. Die Pharisäer glaubten, daß dem Hause Davids der Messias, der künftige König der Juden, entsprossen werde, ein Glaubenssatz, der so tief wie wenige andere in das Denken und Fühlen des jüdischen Volkes eindrang. Die Sadduzäer aber und mit ihnen unsere Sekte behaupteten, daß nicht dem Stamm Juda, sondern dem hohenpriesterlichen Hause Ahrons die Messiaswürde Vorbehalten war. Das war ein Bruch mit den alten nationalen Hoffnungen, wie er schärfer kaum zu denken ist. Die Tätigkeit dieses priesterlichen Messias wird uns nicht weiter beschrieben. Jedenfalls besiegt er die Feinde Israels, stellt die rechte Religion wieder her, reinigt den Tempel und führt die Männer des Neuen Bundes wieder nach Jerusalem zurück. Dann werden die Frommen in Glück und Freude tausend Geschlechter leben. Eine rein irdische Belohnung scheint ihrer zu warten, und auch die Frevler, die Feinde werden ebenso rein irdisch bestraft. Gibt es eine Auferstehung der Toten, ein Fortleben im Jenseits? Eine Belohnung und Bestrafung jenseits des Grabes? Die Schrift des Neuen Bundes sagt darüber kein Wort, so oft auch im Zusammenhang die Gelegenheit dagewesen wäre, über die Zukunftshoffnung zu sprechen. Und so scheint es, daß die Sekte alle diese Glaubenssätze nicht anerkannte und sich auch hier auf die Seite der Sadduzäer stellte. Der Neue Bund kannte nur die diesseitige Welt, so ganz im Gegensatz zu dem größeren neuen Bunde, dem Christentum, das alle Erwartungen auf das Jenseits richtete. Das pharisäische Judentum stand vermittelnd zwischen beiden. Ohne das Jenseits zu leugnen, suchte es seine Anhänger für die Aufgaben des Erdendaseins zu erziehen. Vielleicht erklärt sich hieraus

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