Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Der Neue Bund in Damaskus
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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121 Thora aufgebaut, und nur in wenigen Glaubenspunkten ist das Judentum über den Pentateuch hinausgegangen. In diesen Punkten allerdings finden sich bezeichnenderweise auch die Abweichungen. In Monotheismus und Ethik bilden alle die zerstreuten Glieder des Judentums eine Einheit. Sie alle glauben an den einen erhabenen und gütigen Gott, unter dessen Leitung die Welt steht. Der Glaube an die Scharen der Engel, die man ihm beigibt, erschüttert den Monotheismus nicht. Auch der Böse, Beliaal, der Ankläger, die Engel des Verderbens, die Israel verführen, und alle die anderen himmlischen Wesen, die in unserer Schrift erscheinen, spielen im Grunde doch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Sie gehören zum Hofstaat des Herrschers, dessen Befehle sie vollführen, aber auch ohne ihre Vermittlung handelt Gott, straft und verzeiht, verbirgt sein Antlitz vor den Uebeltätern und offenbart sich den Treuen. Auch im Menschen lebt etwas von dem göttlichen Geiste, die Seele. Die Aufgabe des Menschen ist es, diesen göttlichen Teil rein zu erhalten, indem er die geoffenbarten Gebote vollführt. Die Sünde dagegen besteht in der Auflehnung des Menschen gegen den Willen Gottes und verunreinigt den reinen, heiligen Geist im Menschen. Hat der Mensch einmal gesündigt, so muß er suchen, Vergebung und damit die Reinheit seiner Seele wieder zu erlangen. Vor allem muß er von seinem bösen Wandel umkehren, auch die Opfer wird man wohl als Mittel zur Sühne aufgefaßt haben, und nur, wo sie nicht möglich waren, folgt der Neue Bund ganz dem prophetischen Gedanken: Statt Opfer Gebet. Auf Vergebung darf der Fromme rechnen. Der Bund Gottes mit den Menschen besteht darin, daß Gott die Verpflichtung auf sich nimmt, die Sünde zu sühnen, zu vergeben. Aus alledem sieht man, daß ein tiefes Sündenbewußtsein in der Sekte des Neuen Bundes lebt, sie bekennen vor Gott: „Wir haben gefrevelt, wir wie auch unsere Väter, indem wir entgegentraten den Gesetzen des Bundes, und gerecht sind Deine Strafgerichte über uns." Ja, nicht nur Gott gegenüber, sondern auch dem