Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Der Neue Bund in Damaskus
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 21)
- Language
- German
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117 am Sabbat, da das Graben nicht gestattet ist, auch die Verrichtung der körperlichen Bedürfnisse. Eine gleiche widernatürliche Handlungsweise scheint nach einer unklaren Stelle auch unsere Sekte angenommen zu haben. Auch den ehelichen Verkehr haben sie anscheinend an den Festtagen untersagt, da er einer Entweihung der heiligen Zeiten gleichgekommen wäre. Ueber die Feste fehlen in unserer Schrift ausführliche Bestimmungen. Nur das eine wissen wir, daß die Männer des Neuen Bundes sie anders feierten als das übrige Volk Nur ihnen ist durch göttliche Offenbarung der wahre Wille Gottes auch hinsichtlich der Feier der Feste kund geworden, während ganz Israel auch hierin irrt und sich versündigt Waren es auch hier nur Kleinigkeiten, in denen die Sekte von dem Brauche des übrigen Volkes abwich oder bestand hier ein großer, fundamentaler Unterschied? Es scheint fast, als ob das letztere der Fall gewesen ist, denn in unserer Schrift wird das Buch der Jubiläen zitiert, das Buch der Einteilung der Zeiten nach ihren Jubiläen und Jahrwochen, in dem alles über die Zeiten ganz genau angegeben sei. Mit diesem Buche aber, das hier ausdrücklich als maßgebend anerkannt wird, hat es eine eigenartige Bewandtnis. Es verlangt nämlich nicht mehr und nicht weniger als die Einführung des Sonnenjahres in Israel, eine Umwälzung des gesamten Kalenders, nach dem die Juden seit uralter Zeit rechneten. Statt des Mondjahres, das nur durch Schaltmonate mit dem Sonnenjahre ausgeglichen werden kann, wie es noch heute bei den Juden üblich ist, sollten Sonnenjahre von 364 Tagen eingeführt werden. Es ist klar, daß sobald diese Forderung einmal erhoben wurde, eine Sektenbildung innerhalb der Judenheit unvermeidlich war. Eine Verständigung mit Kreisen, die die Feste an anderen Tagen feierten, war ausgeschlossen, und unsere Sekte scheint wirklich zu dieser grundlegenden Frage Stellung genommen und eine vollständige Umgestaltung des jüdischen Kalenders erstrebt zu haben. In allen diesen Gesetzen glaubt die Sekte des Neuen Bundes sich eng an die Thora anzuschließen. Sie beruft