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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 113

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Neue Bund in Damaskus
Date
1914-01-01
Page
Seite 113 (sequence 17)
Language
German
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113 gestanden zu haben. Ebenso wie die Essäer schickten sie Opfer nach Jerusalem. Es war verboten, diese Opfer durch einen Unreinen zu schicken, der den Altar wieder verunreinigen würde. Am Sabbat sollten auf dem Altar nur Sabbatganzopfer dargebracht werden. Niemand sollte gezwungen werden, dem Altar etwas zu geloben, und die Priester durften eine solche unfreiwillige Gabe nicht annehmen. Aus allen diesen Bestimmungen geht klar hervor, daß der Neue Bund das Opfer und den Tempeldienst schätzte wie alle Juden des Altertums. Weder die Essäer noch Jesus und die ältesten Christen scheinen sich ernstlich mit dem Gedanken befaßt zu haben, daß Gott kein Wohlgefallen am blutigen Opfer habe. Erst die Zerstörung des Tempels machte dem Opferdienst unter den Juden ein Ende,und die Theorie folgte der Praxis nach. Die Abgaben für das Heiligtum und die Priester wurden von den Mitgliedern unserer Sekte gewissenhaft bezahlt. Die Gegner — so behaupteten sie — bereichern sich zu unrecht, indem sie ihre Gelübde nicht bezahlen. Sie dagegen halten ihre Gelübde in aller Strenge. Wenn sie etwas gelobt haben, so ziehen sie ihr Wort nicht zurück, und koste es ihr Leben. Wir wissen nicht genau, worauf sich dieser Vorwurf, den sie den Gegnern machen, bezieht, aber man muß daran erinnern, daß die Pharisäer in gewissen Fällen die Auflösung der Gelübde durch die Rabbinen gestattet hatten, ein Brauch, den die Thora nicht kennt und den unsere Sekte deshalb weit von sich weist. Selbst die Gelübde einer Frau, die nach dem Pentateuche vom Gatten oder vom Vater für nichtig erklärt werden können, dürfen nur dann aufgelöst werden, wenn sie zum Schaden irgend eines Menschen sind. Streng hielten die Männer des Neuen Bundes das Gebot der Thora: „den Ausspruch deiner Lippen sollst du halten". Mit den Gesetzen über Tempel und Opferdienst hängen die Bestimmungen über rein und unrein eng zusammen. Auch hier ist von den pharisäischen Erweiterungen, die im Laufe der Zeit entstanden, bei unserer Sekte nicht die Rede. Wir hören nicht einmal, daß es 8 *

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