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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 110

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Neue Bund in Damaskus
Date
1914-01-01
Page
Seite 110 (sequence 14)
Language
German
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110 D a s Gesetz 8es Neuen Bundes. Daß die Sitte der Monogamie der Welt durch die indogermanischen Völker errungen sei, stand bisher für den Gebildeten fest. Es ist bekannt, daß die Pharisäer, die Führer des jüdischen Volkes in der Zeit, da das Christentum entstand, der Vielehe nicht entgegentraten, obwohl sie selbst wie überhaupt die überwiegende Mehrheit des Volkes schon aus ökonomischen Gründen im allgemeinen praktisch der Monogamie huldigten. Das junge Christentum setzte unstreitig die Einehe voraus und betrachtete die Ehe des Mannes mit einer zweiten Frau als einen Bruch der ersten Ehe. Lag hier ein Zug vor, der über das Judentum hinausging und vielleicht fremden Einflüssen sein Dasein verdankte? Das Gesetz des Neuen Bundes gibt uns die Antwort darauf. Für den Verfasser unserer Schrift ist die Vielweiberei geradezu Unzucht, und entrüstet wirft er den Gegnern diese Sünde vor. In der Thora steht geschrieben: „eine Frau zu einer anderen sollst Du nicht nehmen zu ihren (der ersteren) Lebzeiten," es ist also verboten, mehrere Frauen zu ehelichen. So nämlich verstand unsere Sekte den Satz des Pentateuches: „eine Frau zu ihrer Schwester sollst Du nicht nehmen", und als Beweis für die Richtigkeit ihrer Auffassung wies sie darauf hin, daß Gott den Menschen nur paarweise geschaffen habe, dem einen Manne die eine Frau, daß alle Lebewesen paarweise in die Arche Noah gekommen seien, daß in der Thora der Fürst ausdrücklich verwarnt werde, sich Frauen zu mehren, d. h. mehr als eine Frau zu nehmen?) David, der hiergegen verstoßen habe, hätte die Thora nicht gelesen, aber seine Sünden seien ihm vergeben worden. — Mag die Deutung, die hier einem Verse des Pentateuches gegeben wird, anfechtbar sein oder'nicht — die Pharisäer behaupteten, es sei nur verboten, zwei Schwestern zu ehelichen und in der Bibel kommen ja tatsächlich Fälle i) Die richtige Übersetzung der Stelle Deuter. 17, 17 lautet selbstverständlich: „er soll sich nicht viele Frauen nehmen", vgl. 17, 16 „viele Rosse".

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