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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 98

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Neue Bund in Damaskus
Date
1914-01-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 mit Fragen, die sie uns beantworten soll. Wir kennen alle einen neuen Bund, der die Weltgeschichte einmal bewegte. Der „neue Bund", novum testamentum, das neue Testament, das war der Ausdruck, mit dem das junge Christentum sich selbst und seine neue Bibel benannte. Und hier haben wir nun wieder einen neuen Bund, eine jüdische Sekte, genau wie das Christentum zuerst nur eine jüdische Sekte war. Enthüllt die Schrift vielleicht das Geheimnis, das auf dem Urchristentum ruht? Aus welcher Zeit stammt sie überhaupt? Ist sie irgendwo einzuordnen in die lange Reihe der jüdischen Geschichte, die wir kennen? Worin bestehen die Lehren des Neuen Bundes? Stimmen sie mit den Anschauungen des christlichen Religionsstifters oder mit dem Gesetze des Judentums überein? — Das alles sind Fragen, die nicht nur den engen Kreis von Fachleuten beschäftigen, sondern auf ein allgemeines Interesse Anspruch erheben können. Die Geschichte des Neuen Bundes. Dunkel und geheimnisvoll wie die ganze Schrift, ist auch der Anfang, mit dem der unbekannte Verfasser nach einem uns verloren gegangenen Vorwort seine Rede beginnt: „Und nun höret alle, die ihr das Recht kennt und merkt auf die Taten Gottes, denn er streitet mit allem Fleische und übt Gericht an allen, die ihn schmähen. Denn wegen ihrer Untreue, da sie ihn verließen, verbarg er sein Antlitz vor Israel und seinem Heiligtume und gab sie dem Schwerte preis. Da er aber des Bundes mit den Alten gedachte, ließ er Israel einen Rest und gab sie nicht der Vernichtung Preis. Und in dem Zeiträume des Zornes, 390 Jahre, nachdem er sie der Hand des Nebukadnezar, des Königs von Babel, überliefert hatte, gedachte er ihrer und ließ aus Israel und Ahron die Wurzel seiner Pflanzung sprossen, sein Land zu erben- und an dem Guten seines Bodens sich zu freuen. Da merkten sie auf ihre Sünden und erkannten, daß sie sich verschuldet hatten. Sie wurden wie Blinde, die nach

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