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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 99

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Neue Bund in Damaskus
Date
1914-01-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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99 dem Wege tasten, zwanzig Jahre lang. Da merkte Gott auf ihr Tun, daß sie ihn mit ganzem Herzen suchten, und er ließ ihnen einen rechten Lehrer erstehn, der sie führte auf dem Wege seines Herzens." Nach dieser Einleitung, die von der Entstehung der neuen Sekte berichtet, wird nun ihre Geschichte in undeutlichen Redewendungen, unterbrochen von haßerfüllten Aeußerungen über die Gegner, weiter erzählt. Die Predigt ,des „rechten Lehrers" fiel auf keinen günstigen Boden. Mehr und mehr nahm der Abfall überhand. „Der Mann des Spottes" erhob sich und täuschte das Volk durch trügerische Reden. Seine Gehilfen führten haltlose Gebäude auf, sie widersprachen der Thora und setzten sich über ihre Gebote hinweg. Die Treuen wurden dem Schwerte überliefert und die Frevler belohnt. Und dann kam die Katastrophe. Der Zorn Gottes entbrannte, das Schwert, das den gebrochenen Bund mit Gott rächt, erhob sich, und das Haupt der Könige Griechenlands kam, um die Rache zu üben. Aber alles war vergebens. Trotz der Strafgerichte blieb das Volk verblendet und folgte dem „Manne des Spottes". Nur ein kleiner Rest blieb Gott und seiner Lehre treu: die wenigen, die den „rechten Lehrer" anerkannten, einige Priester und eine Anzahl Israeliten, Männer und Frauen. Sie sahen ein, daß ihnen das jüdische Land keinen Raum für ihre Lehren bot, und so wandten sie dem Heiligtum und dem Lande der Väter den Rücken und gingen in die Verbannung nach Damaskus. Die Strafe, die Gott nach dem Abfall des Volkes schon einmal über Israel verhängt hatte, das Exil, nahmen sie freiwillig auf sich, sie gaben sich einen Namen, der „die Gefangenschaft Israels" oder auch „die Zurückkehrenden, die Bereuenden Israels" bedeutet und alle die tröstlichen Verheißungen der Propheten, die von einer Rückkehr aus dem Exil und einer glücklichen Zukunft sprechen, bezogen sie auf sich. Besonders aber wirkten die Verkündigungen, die wir im dreißigsten und einunddreißigsten Kapitel des Propheten Jeremia lesen, tief auf sie ein. „Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Hause 7*

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