Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Die Ehre im Talmud
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
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Zebaoth.") Es sind die Hochmütigen, Narren und Böse- Wichte, sie sind die Füchse, die den Weinberg zerstören, die eingefangen werden," d. h. auf die Schulbank zurück müsfen. Das ist auch der Fall bei jenen, wenn sie auch nicht so hart beurteilt werden, deren Wissen unsystematisch ״ungeordnet" ist. Ihnen ist das Lernen ״hart wie Eisen. "1 2 * 4) Sie haben immer zu fragen, sehen überall Widersprüche, weil sie nichts klar erfaßt haben. Auch für sie gibt es nur ein Heilmittel: zurück zur Schulbank! Dabei häufiger Verkehr mit Studiengenossen. Es soll sich der Unfähige nicht zu dem Gelehrtenstand herandrängen; hat es einer versucht, und nach einem Studium von drei, bei gewissen Berufsarten von fünf Jahren keine Erfolge gesehen, wird er auch keine in Zukunft sehen?) er lasse von einem Berufe, in dem ihm kein Erfolg winkt. An den Gelehrten, der diesen Namen verdient und auf die Ehre des Standes Anspruch erheben darf, wurden zu verschiedenen Zeiten verschiedene Ansprüche gestellt. Im allgemeinen gilt: er muß in Allem, was das biblische und nachbiblische Schrifttum betrifft, Bescheid wissen. Das Wissen muß geordnet vor ihm liegen, und er muß, als Weiser, die Zeiteinteilung kennen, den Kalender zu ordnen imstande sein, Neumonde und Schaltjahre berechnen könnend) Andererseits werden dem Talmid Chacham Winke gegeben, sich auf die Theorie nicht zu beschränken, sondern dieselbe auch praktisch zu betätigen. Es wird ihm empfohlen, die Kunst des Schreibens zu erlernen, das rituelle Schächten, wie die Circumcision. Das ihm die Kunst des Schreibens empfohlen wird, ist aus dem Umstände zu erklären, weil die ganze Lehrtätigkeit eine mündliche war. Die Lehrer lehrten, die Schüler hörten, das 1) Maimoni Hilchot Talmud Thora 5, 3, 4. 2) Taanit 8a. 3) Chulin 24a. 4) Megillah 12b, Sabb. 114 wird darüber verhandelt, welche Kenntnisse man besitzen müsse, um Vorsteher eines Kreises zu werden.