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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 75

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1914-01-01
Page
Seite 75 (sequence 11)
Language
German
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75 War, läßt sich so leicht nicht entscheiden und müßte den Gegenstand einer Lesondern Untersuchung bilden. Daß der König sich Uebergriffe in das Gebiet des Priesters gestattete, ist aus der biblischen, wie nachbiblischen Ge» schichte bekannt. Aus letzterer sei nur auf Jannai hingewiesen, dem zugerufen wurde: ״Begnüge Dich, Jannai, mit der Königskrone, laß die Priesterkrone den Nachkommen Arons/") Den Rangstreit zwischen König und Priester schlichtete der Talmud dahin: Der König steht in Rang und Würde höher, der Priester hat ihm Ehre zu erweisen?) doch ist dem König nicht gestattet, in die Funktion des Priesters hinüberzugreifen. Die dem Hohenpriester erwiesene Ehre stieg und fiel mit der Würdigkeit des Priesters selbst, hing auch von dem Dienste ab, den er dem Könige und dem Volke leistete, zu leisten vermochte. Der höchsten Ehre wurden die Priester teilhaftig, als sie mittels der Urim und Tumim über Krieg und Frieden entschieden. Sobald mit dem Schwinden des h. Geistes, der Schechina, das Befragen der Urim und Tumim aufhörte, schwand naturgemäß auch die Verehrung?) Die hier geforderte und gewährte Ehre ist eine Folge des Ranges und der Stellung, sie ist Vorrang, Vorrecht, das vom religiösen Empfinden, in dem Priester den von Gott Erwählten zu sehen, gestützt wurde. So wird die vom Gesetz gebotene Ehre auch aus innerem Antriebe erwiesen, steigt und fällt mit der Würdigkeit des Priesters. Es sei noch erwähnt, daß ein direktes Gebot, den Priester zu ehren, nicht aufgestellt wurde, die erwähnten Ehrungen haben sich mit der Zeit herausgebildet, verstanden sich zum teil von selbst oder sind ״des Friedens willen" zugestanden worden. Maimuni ist vielleicht der Erste, der direkt von Priesterehre spricht?) 1) Kidduschm 66a. 2) Sarchedrm 18a/b. ף Joma 73b, Hilch. Kle'mikdasch 10. ") das. 4, 2.

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