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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 74

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1914-01-01
Page
Seite 74 (sequence 10)
Language
German
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lich zu nehmen sind die Sätze: ״daß Gott sich nach dem Priestersegen sehne"), und Gott selbst spricht: ״Ich bin ein Priester.") Hierzu gehört auch, daß der Stand nicht nur vornehme Verbindung forderte, hierzu auch die Mittel, um standesgemäß zu leben, es wurde auch ausgesprochen, daß die Verbindung mit dem Priester reichlichen materiellen Segen zur Folge hat." Wer reich werden will, verbinde sich mit den Nachkommen Arons?) Im Hohenpriester konzentrierte sich die Ehre des Priesterstandes. Volk, wie gemeine Priester blickten in Ehrfurcht zu ihm auf. Es waren seltene Vorrechte, die ihm das Gesetz einräumte, Vorrechte die ihm schon die Thora zuerkennt, die in der Gamara noch erweitert werden?) Er nimmt neben dem König den ersten Platz ein, wird ihm in gewisser Beziehung gleichgestellt; ״deine Richter", so lautet ein Satz, ״das sind deine Könige und Hohen- Priester.") Um seinen Stand würdig repräsentieren und standesgemäß leben zu können, mußte er schön von Gestalt, kräftiger Natur, überlegen an Weisheit und reich sein?) nur von dem höchsten Gericht, dem großen Synhedrion, durfte er gerichtet Werdens und Zeugenschaft brauchte er nur vor einem Gerichte abzulegen, dem der König präsidierte?) Infolge der Ehrung, die dem Hohenpriester zuteil wurde, konnte es nicht fehlen, daß es zwischen ihm und dem König zu Rangstreitigkeiten kam. Der Kampf, der im Mittelalter zwischen Kaiser- und Papsttum geführt wurde, hatte auf jüdischem Boden sein Vorbild gefunden. Ob der König oder der Priester der herausfordernde Teil 1) Sota 38b. 2) SeLachirn 102a. 3) Pessachim 49a. 4) Diese Vorrechte sind aufgezählt in Tamid, Joma, Horiot, Sanhedrin u. a. St. 5) Sota 45a. 6) Horiot 9a. 7) Sanhedrin 18a. «)das.

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