Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 73

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1914-01-01
Page
Seite 73 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3111067-3111100-3116298--4661-3116405
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

73 Priester wurde von der freien Beteiligung ausgeschlossen. Ihm die Hebe reichen, ist soviel als würfe man sie den Löwen vor?) Am treffendsten ist wohl die Unwissenheit gebrandmarkt in dem Ausspruche: ״daß dem gelehrten Bastard mehr Ehre gebührt, als dem unwissenden Hohen- Priester."?) Unzweifelhaft zeichneten sich auch viele durch ungeheuchelte, tiefe Frömmigkeit aus. Diesen ״Frommen in der Mitte der Priester" wurde auch gestattet den Namen Gottes in seinen zweiundzwanzig Buchstaben beim Segenspenden auszusprechen?) Alle diese Momente, die Frömmigkeit, das wissenschaftliche Streben, der Eifer im Dienst trugen dazu bei, in ihnen nicht die im Solde stehenden Diener zu sehen, sondern Männer, die ihre besten Kräfte dem Dienste des Volkes weihen. Die ihnen erwiesene Ehre war als voll verdient angesehen worden?) Dieses Wiederaufblühen des Priesterstandes, sein ernstes Streben hatte zur Folge, daß seine Mitglieder von einem gewissen, vielleicht berechtigten Stolze erfüllt waren. Es sind uns Sätze erhalten, die Glorifizierungen des Priestertums find. Mögen diese Sätze von Priestern selber oder von Priesterfreundlicher Seite stammen, und dürfen manche dieser Sätze auch nicht buchstäblich sondern bildlich aufgefaßt werden, immerhin beweisen sie, daß die Priester selber diesen Stand hochschätzten, und von den Anderen Achtung forderten. Wenn erzählt wird, daß Achaschverosch' Prahlerei mit dem Reichtum (Ester 1, 4) darin bestand, ״daß er sich Priesterkleider anlegte, "* 2 3 4 5) so ist damit auf die Anmaßung des Königs hingewiesen, involviert aber eine Verherrlichung des Priesterstandes und soll andeuten: Selbst ein König sieht sich im Priesterkleide geehrt. Bild-!) Sanhedrin 90a. 2) Horiot 13a. 3) Kidduschin 71a. 4) Das oben vom ehrwürdigen Greise Ausgesagte, gilt auch vom Kohe'n. Damit er sich nicht lewitisch verunreinige, ist er nicht verpflichtet ein Verlorenes seinem Eigentümer zuzustellen, wenn sich dasselbe aus einem Begräbnisort befindet. 5) Megilla 12a.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.