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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 57

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1914-01-01
Page
Seite 57 (sequence 38)
Language
German
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57 Philosoph hat zeitlebens mit Schwierigkeiten der deutschen Sprache, die er eigentlich nie ganz beherrschte, zu kämpfen gehabt). — Eine Studie über die „Psychologie des jüdischen Geistes" von S. M. Mölamed enthält manche treffende Bemerkungen und verdient gelesen zu werden. Die Kabbala, die zwar etwas älteren Ursprungs ist als die Religionsphilosophie, ist durch diese seit dem 13. Jahrhundert stark beeinflußt worden. Neben der älteren Zahlenmystik entwickelte sich seit Nachmanides die spekulative Kabbala, der man thLosoPhische Tiefe und Schwung nicht absprechen kann. Sie bildete später einen wirksamen Protest gegen das Epigonentum der Religionsphilosophie, das das Judentum in philosophische Formeln einschnüren wollte, und man muß ihr das große Verdienst zuerkennen, daß sie die Religiosität, d. h. das religiöse Gefühl, im jüdischen Volke neu belebt hat. Auch das vielgenannte Buch „Sohar", in dem viele Partien von großer poetischer Schönheit und von kühnem Gedankenflug zu finden sind, darf nicht kurz abgeurteilt und mit der Bezeichnung als „Lügenbuch" verurteilt werden, wie es beispielsweise im bekannten Geschichtswerk von Grätz geschieht. Für die Wissenschaft gibt es nur eine Methode, die der objektiven und voraussetzungslosen Forschung, wie sie s. Z. Jellinek in seinen verdienstvollen Untersuchungen über den Ursprung der Kabbala angewandt hat. Das Verhältnis des Kabbalisten Moses de Leon zum Sohar, wie es aus der früher nur handschriftlich bekannt gewesenen Abhandlung „Lobalrol ha- Kodesch“ hervorgeht, hat schon Jellinek eingehend behandelt. A. W. Greenup hat nunmehr diese für die Geschichte der Kabbala wichtige Schrift herausgegeben. Demselben Herausgeber verdanken wir auch die erstmalige Veröffentlichung einer anderen kabbalistischen Schrift, des „lAAsrotli Hamudoth“ von Elijah hajjim ben Benjamin aus Genazzano. Ueber die Kabbala überhaupt schrieb I. Abelson: „ JewishMysticism“ und E. Bischofs unternahm eine größere Arbeit „Die Elemente der Kabbalah". In dem ersten vorliegenden Teil gibt er zuerst eine Abhandlung über die Kabbala und dann Text-

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