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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 55

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1914-01-01
Page
Seite 55 (sequence 36)
Language
German
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55 Von der Zeit an aber, wo die Juden mitder griechischen Philosophie in Berührung getreten waren, bemühten sich jüdische Denker, das Judentum mit der herrschenden Philosophie ihrer Zeit in Einklang zu bringen. Die Religionsphilosophie ist zweifellos eine Schöpfung des Judentums, und sie beweist, welchen Wert die Juden zu allen Zeiten dem Gedanken beigemessen haben. Wenn auch hin und wieder eine willkürliche und unnatürliche Vereinigung von Religion und Philosophie unternommen wurde, so hat auch dies weder dem- Judentum noch den Juden je geschadet. Die Religionsphilosophie hat dem geistigen Leben des jüdischen Volkes einen reichen Inhalt gegeben, das Wissen zu hohem Ansehen gebracht und überhaupt im Volke großes Interesse für alle Probleme der Wissenschaften wachgerufen und wachgehalten. Deshalb bleibt die Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie und alles dessen, was sich an sie knüpft, ein wichtiger Zweig der Wissenschaft des Judentums, der immer noch neue Förderung verdient. Das letzte Jahr hat wiederum eine beträchtliche Zahl von guten Arbeiten auf diesem Gebiete aufzuweisen. P. Deussen schrieb über die „Philosophie der Bibel" und von P. Heinisch haben wir eine gemeinverständliche Monographie: „Griechische Philosophie und Altes Testament". D. Neumark hat seine „Geschichte der jüdischen Philosophie des Mittelalters" um einen Anhang zum 1. Band, Kapitel: „Materie und Form bei Aristoteles" bereichert. Eine gediegene und sehr wertvolle Arbeit liegt von A. S. Iahuda vor; er hat zum ersten Mal das arabische Original der bekannten und vielgelesenen religionsphilosophischen Schrift „Chobot ha-lebabot“ des Bachja ibn Pakuda herausgegeben („Des Bachja ibn Josef ibn Paquda aus Andalusien Al-Hidaja ila Fara id al-Qulub") und ihm eine ausführliche Einleitung vorausgeschickt, die zu den besten kulturgeschichtlichen Abhandlungen gehört. Bei der wichtigen Rolle, welche die Philosophie des genialen arabischen Philosophen Jbn-Roschd (Averroös)

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