Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 33)
- Language
- German
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52 zugeben unternommen. Von dem auf sechs Bände berechneten Werk ist der erste Band „Von der Urzeit" erschienen. Er enthält die agadischen Sagen von der Weltschöpfung, der Weltenhierarchie, der Weltenhöhen und -Tiefen, vom Reiche der Tiere; von Adam und seinem Geschlecht, von der Sintflut; von der Oberwelt und von der Unterwelt usw. Unter dem Pseudonym bin Gorion verbirgt sich ein bekannter Schriftsteller und Dichter, der die agadischen Sagen mit feiner Nachempfindung zu behandeln versteht und sie in der Ursprache meisterhaft beherrscht. Dem Buch ist eine weite Verbreitung und ein gedeihlicher Abschluß zu wünschen. Von der Mischnaausgabe (Text, deutsche Uebersetzung und kritische Anmerkungen), die H. Jtzkowski herausgibt, sind die Lieferungen 50—52 erschienen. Die im vorigen Jahre bereits erwähnte neue Mischnaausgabe von G. Beer und O. Holtzmann hat in der Veröffentlichung weiterer zwei Mischnatraktate (Challa und Baba kama) ihre Fortsetzung gefunden. Von CH. Czernowitz sind in hebräischer Sprache Vorlesungen über den Talmud („Lodiurim betalmud“) erschienen. Es sind dies wirkliche Vorlesungen, die der gelehrte Verfasser vor talmudkundigen Jüngern in Odessa gehalten hat. Gründliche Beherrschung des Stoffes und eine klare Behandlung der talmudischen Themata zeichnen diese Arbeit aus. — Der Mischnatraktat Baba mezia ist von H. E. Goldin ins Englische übersetzt worden („Mishnah B. m.“). Von L. Bardowicz liegt eine Untersuchung über „Die Abfassungszeit der Baraita der 32 Normen für die Auslegung der heiligen Schrift" vor. Diese Schrift bedeutet eine wertvolle Bereicherung der Talmudforschung, und es wäre zu wünschen, daß es dem Verfasser gelingen möchte, seine hier unternommene Arbeit über die rabbinischen Normen der Auslegung der heiligen Schrift, von der er uns im vorliegenden Heft eine gediegene Probe gibt, zu Ende zu führen. Das in unserer Revue schon öfter erwähnte große Werk von I. Theodor „Bereschit Rabba“ (mit kritischem Apparat und Kommentar) ist bis zur 7. Lieferung gediehen. I.