Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 31)
- Language
- German
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50 Die große und umfangreiche jüdische Literatur vom biblischen Zeitalter bis zur Gegenwart, d. h. das geistige Schaffen unseres Volkes zu allen Zeiten und in verschiedenen Ländern: sie ist die wirksamste Apologie des Judentums. Es liegt mir fern, die wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten anderer herabsetzen und ihre Verdienste auch nur im mindesten schmälern zu wollen. Aber es muß doch gesagt werden, daß zwei große Aufgaben von unserem Volke gelöst werden müssen: eine erschöpfende Geschichte des jüdischen Volkes und eine erschöpfende Geschichte der jüdischen Literatur. Und vielleicht wäre es besser, wenn diese beiden Aufgaben in eine zusammengefaßt würden. Man muß die Geschichte der Juden mit der Geschichte ihres Kulturlebens vereinigen. Denn das jüdische Volk war, seitdem es die Höhe seiner geschichtlichen Bedeutung erlangt hat, keine politische, sondern eine geistige und kulturelle Gemeinschaft, wie auch sein unverwüstliches Schaffen nicht aus dem Politischen, sondern auf dem geistig-kulturellen Boden zu suchen ist. Diese Aufgabe wird gewiß einst gelöst werden. Vorläufig begrüßen wir jede literarische Vorarbeit mit Dank und wissen sie gehörig zu würdigen. Auch im letzten Jahre sind manche anerkennenswerte Erscheinungen zu verzeichnen. „Bibel und Sage" betitelt sich ein Buch von Th. Kappstein. In der Sammlung „Nonnmenta bebraica“ hat S. Funk eine Zusammenstellung „Bibel und Babel" veröffentlicht. Von M. Kröll's größerer Arbeit „ Die Beziehungen des klassischen Altertums zu den heiligen Schriften des Alten und Neuen Testaments" ist der 3. Band erschienen. E. S. Hicks berichtet in seiner Darstellung „Tbe Bible literature in tbe bght of modern knowledge“ über die Ergebnisse der modernen Wissenschaft in ihrem Verhältnis zur Bibel und G. A. Smith behandelt die Sprachbilder der hebräischen Poesie in seiner Schrift „Tbe early poetry of Israel in its pbysical and social origins.“ Das biblische Schrifttum bearbeitete literargeschichtlich H. T. Fowler in seiner „A bistory of tbe literature of ancient Israel from