Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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46 gelangt ist, ist in einem großen, prächtig ausgestatteten Buch: „Michael Heilprin and his sons“ von G. Pollak geschildert. Dieses Werk, gehört zu den besten biographischen Arbeiten, die wir besitzen. Michael Heilprin war der Sohn eines bekannten jüdischen Gelehrten (P. M. Heilprin), der in die Reformkämpfe im Judentum mit seiner scharfen Streitschrift „Teschubot be-ansche aven" eingegriffen hat. Sein Sohn, der geistvolle Sprachforscher und Bibelexeget Michael mußte seine ungarische Heimat wegen aktiver Teilnahme an den Freiheitskämpfen unter Kossuth verlassen. In Amerika sind er und seine Söhne zu großer Anerkennung in der Wissenschaft gelangt. Die vorliegende Biographie bietet ein Stück Kulturgeschichte der neueren Zeit. Der letzte staatlich anerkannte Großrabbiner von Frankreich,. Zadoc Kahn, der sich als Gelehrter und liebenswürdige Persönlichkeit großer Verehrung und Beliebtheit erfreute, hat seinen Biographen in I. Weil gefunden („Zadoc Kahn 1839—1905“). Endlich mag noch die Schrift „Samuel Montagu, First Baron Swaythling“ von L. H. Montagu erwähnt werden. Ein bedeutsames Buch hat H. Landsberg veröffentlicht: „Henriette Herz, ihr Leben und ihre Zeit." Es sind da Briefe von Markus Herz, den Brüdern Humboldt, von und an Börne usw. und und ungedruckte Briefe von Henriette Herz selbst geboten. Aber noch interessanter als die Briefe und die neugedruckten Jugenderinnerungen der Henriette Herz ist die ausführliche Einleitung, in der uns der Verfasser ein fesselndes Bild von den jüdischen Salons in Berlin und vom literarischen Leben in der zweiten Hälfte des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt. In gedrängter Kürze wird hier ein wichtiges Stück Zeitgeschichte gegeben und das geistige Leben der berliner Juden im Zeitalter Mendelssohns und in der darauf folgenden Generation mit seltener Beherrschung des reichen Materials lebendig geschildert. In diese Rubrik mögen noch folgende Publikationen und Monographien vermerkt werden: S. Gronemann, „Genealogische Studien über die alten jüdischen Familien