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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 36

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1914-01-01
Page
Seite 36 (sequence 17)
Language
German
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Religion" dieses Problem behandelt. Er steht auf dem Boden der vergleichenden Religionsgeschichte, spricht sich aber trotzdem entschieden gegen alle Uebertreibungen aus, indem er auf die ethischen Vorzüge des Bibelstoffes hinweist, selbst da, wo eine Parallele mit anderen altorientalischen Religionen nachgewiesen wird. „Wem sich aus solcher Verschiedenheit nicht schon ein gutes Stück Eigenart alttestamentlicher Religion erschließt, der erweist sich überhaupt als unfähig, in literarischen wie religiösen Dingen zwischen Form und Geist zu unterscheiden." Sehr richtig betont Bertholet die Tatsache, daß der biblische Gottesbegriff das Wirken Gottes in der Geschichte zum Ausgangspunkt hat, das geschichtliche Bewußtsein, das die Religion und alle individuellen Erlebnisse, sogar die Natur, zur Geschichte macht. Wird er so dem biblischen Judentum gerecht, kommt er doch am Ende zu dem Ergebnis, daß die spätere Entwicklung des Judentums, als es Gesetzesreligion wurde, die jüdische Religion uni ihre vom zweiten Jesaja geschaute Zukunft, eine Weltreligion zu werden, gebracht hätte. Aber er selbst hat früher an anderer Stelle geistvoll den Gedanken behandelt, daß die biblische Geschichtsauffassung dahin geht, daß alle großen Verheißungen trotz vielfacher Hindernisse, die sich ihrer Verwirklichung entgegenstellen, durch den in der Geschichte waltenden Gott verwirklicht werden. Und wenn Bertholet meint, die in absteigender Linie sich bewegende Entwicklung des Judentums dadurch am besten zu kennzeichnen, daß der Opferkultus in der jüdischen Religion solche weitgehende Bedeutung erhalten habe, so genügt es, auf die Tatsache hinzuweisen, daß das Judentum den Opferkultus fast merklos durch das andächtige Gebet überwunden hat, während das Christentum einen Ersatz dafür in der Opferung Jesu suchen mußte. — Die Lektüre dieser kleinen Schrift Bertholets möchte ich allen, die feinen Anregungen nachgehen können, aber sich dabei ihr selbständiges Urteil wahren, als sehr lohnend empfehlen. Mit religionsgeschichtlichen Studien, die in das hohe Altertum des Judentums hinaufreichen, befaßt sich eine Schrift von S. Jampel: „Vorgeschichte

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