Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Pharaos Erben
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Der Geschichtslehrer setzte fort: „Hier ist die Inschrift verwischt; mein Freund, der Altertumsforscher, den ich schon , früher erwähnte, glaubt mit Recht annehmen zu dürfen, daß die Rothschilds, Bleichröder und noch andere reiche Juden hier die Hände im Spiel gehabt hätten, da dieser Grabstein ihnen schon längst bekannt und unbequem war. Nur durch einen Zufall oder vielmehr durch eine göttliche Fügung ist es gelungen, das noch Vorhandene vor ihrer Vernichtungswut zu retten. Da heißt es weiter: dann ließ Pharao die jüdischen Hebammen kommen und sprach zu ihnen: „In Eurer Eigenschaft als Staatshebammen befehle ich Euch, von nun an, so oft Ihr Jüdinnen bei der Geburt beisteht, ein weibliches Kind der Mutter zu überlassen, ein männliches aber in den Nil zuwerfen." Nun ist es bekannt, daß die orientalischen Völker eine kurze Ausdrucksweise liebten und auch gern Witze machten. Natürlich dachte Pharao nicht daran, wie die Juden behaupten, daß die neugeborenen jüdischen Knaben ertränkt werden sollten, sondern er wollte sie nur von frühester Kindheit an an Kaltbaden gewöhnen, darum befahl er den Hebammen, sie gleich nach der Geburt mit kaltem Wasser zu übergießen oder — irrt Nil zu Laden. Und dafür habe ich schlagende Beweise: Erstens, welcher König würde so beschränkt sein, soviel Arbeiter, die beim Bau von Pitom und RaMses unentbehrlich waren und gewiß auch noch Steuern zahlten, hinzumorden, zweitens gestehen doch die Juden selbst, daß Pharao sie nicht ziehen lassen wollte, drittens, hätte Pharao wirklich einen solchen Befehl erlassen, so würde er sicherlich nicht Jüdinnen zu Vollstreckern seines Befehls eingesetzt haben. Diese Beweise sind für mich unumstößlich, und die von Len Juden über Pharao verbreiteten Lügen können sie nicht wankend machen. Im Gegenteil, er erwies sich den jüdischen Hebammen sehr gnädig, indem er ihnen Häuser und viel Geld versprach." „Einen zweiten so herzensguten König," sagte von Fressendorf, „kennt die Weltgeschichte nicht." „Und wird ihn nicht wieder kennen," ergänzte der Zollbeamte. „Ich schlage vor, daß wir ihm zu Ehren noch eine Flasche leeren."