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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 263

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Pharaos Erben
Date
1913-01-01
Page
Seite 263 (sequence 9)
Language
German
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263 kauft, auf Schiffe verladen und über das Salzmeer nach Kanaan an seine Sippe geschickt und den Erlös unterschlagen. Denn, meine Herren, können sie sich denken, ein Jude würde königliche Schatzkammern verwalten und sich nicht daran bereichern? — Sie sind ja geborene Spitzbuben." „Aber die Hebammen, die Hebammen," — mahnte der Provisor. „Die kommen gleich heran, nur müssen wir uns noch ein Weilchen bei unserem Pharao aufhalten. Dieser brave und gute König hatte beobachtet, daß die Juden jeder produktiven Arbeit, Ackerbau und Kunst, aus dem Wege gingen und bestrebt waren, wie Blutegel das Hab und Gut seiner Untertanen auszusaugen. Da befahl er, sie aus dem Lande zu vertreiben und in der Provinz Gosen einzusperren, in der Hoffnung, daß dort, wo einer nur auf den anderen angewiesen sein würde, sie sich endlich dem Ackerbau widmen würden. — Doch diese Verordnung hatte keinen Erfolg. Die Juden bestachen die Grenzbeamten und waren nach wie vor im ganzen Lande zu sehen. Nun befahl Pharao, die Städte Pitom und Ramses von ihnen bauen zu lassen, und um sie an körperliche Arbeit zu gewöhnen, befahl er, daß sie die Ziegel selbst anfertigen sollten, weder Stroh noch Häcksel ihnen zu verabfolgen, und setzte Aufseher ein, um jeden faulen Juden zu bestrafen. Indessen noch bevor das Fundament zu diesen Städten gelegt war, mußte die Arbeit eingestellt werden. Durch ihre Unreinlichkeit hatten sie über das ganze Land den Aussatz verbreitet, von dem auch bald der brave Pharao selbst heimgesucht wurde." „Ich hörte doch" — warf hier der Provisor ein — „daß Pharao, um sich von dieser Plage zu befreien, in dem Blute von jungen Judenkindern badete." „Das stimmt" — antwortete der Geschichtslehrer — „allein dies rachedürstende, hartnäckige Volk trägt nach Jahrtausenden noch dem Pharao diese Kleinigkeit nach." „Und ich meine", sagte der Zollbeamte, „daß Pharao wohl das Recht hatte, sich in dem Blute der Judenkinder

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