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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 262

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Pharaos Erben
Date
1913-01-01
Page
Seite 262 (sequence 8)
Language
German
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262 „Zahn um Zahn" ist ein Gesetz, das in der Geschichte der Völker stets zur Geltung kommt. Vor mehr als zwei Jahrtausenden haben die jüdischen Hebammen gesündigt, nun sollen sie dafür büßen." „Und was war dasVergehen derjüdischenHebammen?" fragte die Gesellschaft gespannt. „Das will ich Ihnen jetzt erzählen; hören Sie nur aufmerksam zu. Vor kurzem fand man in Aegypten einen alten Grabstein, dessen Inschrift nichts angenehmes für die Juden enthält. Die Familie Rothschild wollte 100000 Francs für den Stein geben, um ihn zu vernichten." „Pfui, pfui!" riefen die Zuhörer entrüstet aus. „Allein unter den Forschern, die den Grabstein entdeckt haben, befand sich auch ein Gesinnungsgenosse, ein lieber, guter Freund von mir, wie heißt er nur? Na, ich. kann auf seinen Namen augenblicklich nicht kommen. Doch zur Sache: „Vor langer, langer Zeit — lautet die Inschrift — herrschte in Aegypten ein Weiser und liebevoller König, der so gutherzig war, wie Titus Vespasianus." „Sie meinen wohl den Pharao," unterbrach ihn der Zollbeamte, „der, wie ein Jude mir erzählte, den Joseph zum Vizekönig über Aegypten eingesetzt hatte." „Nein, nein," sagte der Geschichtslehrer, „ein König, der einem Juden ein solches Amt anvertraut, ist weder klug noch gutherzig." „Aber der Jude erzählte mir doch, daß Joseph die Aegypter sieben Jahre vor Hunger bewahrt hätte." „Das sagen wohl die Juden, die nicht blos Wechsel und Banknoten fälschen, sondern auch die Weltgeschichte auf den Kopf stellen. Diese ihre Behauptung ist natürlich grundfalsch, erlogen. Die Inschrift eines anderen Grabsteins erzählt uns, daß wohl zuerst sieben fette Jahre in Aegypten waren. Auf Anraten seiner Weisen hatte Pharao während dieser Zeit für die von den Zeichendeutern angekündigten sieben mageren Jahre viel Getreide aufgespeichert. Allein der Jude Joseph, dem unvorsichtigerweise die Getreidespeicher anvertraut waren, hat im Geheimen das ganze Getreide der-

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