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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 259

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Pharaos Erben
Date
1913-01-01
Page
Seite 259 (sequence 5)
Language
German
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259 „Das," sagte der Zollbeamte, „kann ich auch von mir behaupten." „Dann," versetzte der Geschichtslehrer, „sind wir doch Gesinnungsgenossen, gestatten Sie. daß ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Stanisla Bogdan." Auch die anderen nannten ihre Namen, und drei Paar Küsse schwebten in der Luft und bekundeten die Freude der sich gegenseitig gefundenen Freunde. Vor freudiger Erregung merkte der Geschichtslehrer gar nicht, daß von seinem Schnurrbart große Tropfen der genossenen Suppe auf seinen Rock herunterfielen, während der Zoll- Beamte wie ein Kind vor Uebermut in die Hände klatschte und der Provisor dem Kellner laut zurief: „Bier her!" „Nicht Bier," schrie der Geschichtslehrer, „sondern Wein. Auf meine Rechnung drei Flaschen Wein. Die Juden weihen ihre Sabbate und Feste mit Wein ein. Nun wollen auch wir bei Wein uns verbinden, ülle Juden und Jüdinnen auszurotten." „Meine Hochachtung," sagte der Zollbeamte, „ich bin bereit." „Auch ich," rief der Provisor, „will mittun, will die Juden, ihre alten Frauen und Kinder vernichten, ausrotten, töten, nur nicht die jüdischen Mädchen. Die jüdischen Jungfrauen sind ja lauter Schönheiten; ich schlage daher vor. diese zu schonen." Der Wein wurde aufgetragen, man küßte sich wieder, und nach jedem geleerten Glase jauchzte man einander zu. Der Herr von Fresfendorf, der sich im Nebenzimmer vor seinem jüdischen Gläubiger verborgen hielt, öffnete leise die Tür und winkte den Wirt heran. „Wer sind diese Zechbrüder?" fragte er. Der Wirt nannte ihm ihre Namen und die Ursache ihres fröhlichen Gelages. „Also Gesinnungsgenossen," meinte Herr von Fressendorf, und er ging an den Tisch heran und sprach: 17*

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