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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 244

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Der Sonnenstich
Date
1913-01-01
Page
Seite 244 (sequence 17)
Language
German
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244 „Sieh Dich ja vor", mahnte der Altertumsforscher- „daß Du nicht das Schicksal des Simri den SallU) teilst!"^ „Und daß ich nicht gezwungen werde", mischte sich deir Dichter ein, „die Rolle des Pinchas zu übernehmen und Dir die Augen auszukratzen." „Seid ohne Sorge um mich!" raffte sich Jechiel auf und sprach stolz: „Ich werde nie und nimmer in das- Netz des Bösen geraten. Ich schwöre Euch, daß ich von. heute ab ihre Nähe meiden werde. Wenn sie die Schwelle dieses Hauses betritt, werde ich mich hinter Len Ofen, verbergen, mir die Finger in die Ohren stecken, damit ich fortan ihre Stimme nicht höre, und da mich eine Minute die Macht der Sünde gepackt hat, werde ich Buße tun. und durch zweitägiges Fasten mein Vergehen gutzumachen suchen." „Das wird Dir kaum Helsen, Freund", seufzte der „Sched", „und wenn Du auch sechzig Tage fastest, die Erinnerung an die Tochter des Schammes wird aus Deinem Gedächtnis schwerlich schwinden. Hast Du sie auch nur einmal gesehen, ihr Bild ist nunmehr für alle Ewigkeit auf der Tafel Deines Herzens eingegraben. Was nützen alle Vorsätze, wenn die Blicke ihrer Augen einem bleiernen Griffel und unsere Herzen, infolge unserer Sünden, dem Wachse gleichen. Ach! Wir werden ihr Bild mit m& Grab nehmen, und nicht einmal die Züchtigung der Hölle wird es zerstören." „Die Liebe", wollte der Dichter einen seiner Verse anheben, da unterbrach ihn derMaler: „Um des Himmelswillen, verschone uns mit Deiner Dichterei! Es ist überhaupt Zeit, daß wir mit den Narrischkeiten (Dummheiten)- ein Ende machen und zu unseren Gemores zurückkehren! ... Wir sind bei der Frage stehen geblieben, ob ein Gelehrter, der ein Gelübde ausgesprochen hat, das Recht habe, sich selbst davon zu entbinden . . . Wer weiß, ob diese Frage nicht für unseren Jechiel bald praktische Bedeutung erlangen wird? Er hat ein Gelübde ausgesprochen; allein Heiliges und- Irdisches, weltliche Liebe und weltentsagende Frömmigkeit ’) Siehe Numeri 25, 14.

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