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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 238

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Der Sonnenstich
Date
1913-01-01
Page
Seite 238 (sequence 11)
Language
German
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238 gefundenen Hausväter betrachteten es als eine Mizwah, nach Kräften für die Beköstigung des armen Fremden zu sorgen. Nachdem d er^chammes dieLichter für das Nachstudium an die Bachurim verteilt und das Lehrhaus verlassen hatte, drängte der „Sched" in den neuen Kollegen, daß er mit der Erzählung seiner Lebensgeschichte fortfahre. Jechiel, der sich für die ihm mitgebrachten Kleidungsstücke und Nahrungsobjekte dankbar zeigen wollte, ließ sich nicht lange bitten und begann: „Ungefähr eine Woche vor der Begebenheit, von der ich reden will, fragte ich meinen Vater: Was ist ein Bardeles? Ein Bardeles, so antwortete er mir, ist ein großes, fürchterliches Tier, das in der Gegend der finsteren Berge sich aufhält. Es hat die Gestalt eines Esels und ist auf dem Rücken, von dem Kopf bis zum Schwanz mit Haaren bedeckt, von denen jedes mindestens eine halbe Elle lang, hart wie Schweineborsten und scharf wie ein Chaleffi) ist. Dieses Tier verfährt mit dem ihm begegnenden Menschen in folgender Art: Es stellt sich aus die Hinterbeine und bleibt aufrecht stehen, während es mit den Vordersüßen auf den Leib zu trommeln ansängt und täuschend ähnlich das Bumbum einer Pauke nachahmt. Dann beginnt es mit dem Schwänze zu drehen, zu springen und zu tanzen und die verschiedensten Allotria zu treiben, bis der Mensch lachen muß. Kaum aber hat der Mensch zu lachen angefangen, so ist es um ihn geschehen. Er verliert plötzlich seinen Verstand und seine Willenskraft und folgt, wie ein Kalb der Kuh, arglos dem Tier nach seinem Schlupfwinkel, wo es ihm den Schädel spaltet, das Gehirn aussaugt, und den Körper für die bösen Geister zurückläßt, die in Raben und Nachteulen verwandelt worden waren. Wer ein Bardeles im Traum sieht, fuhr mein Vater, — sein Andenken sei gesegnet! — fort, kann sich daraus gefaßt machen, daß entweder er selbst oder einer seiner Verwandten stirbt. Als ich die Worte meines Vaters vernommen hatte, fing ich an, bitterlich zu weinen; denn obwohl ich die Gestalt *) Schächtmesser.

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