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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 236

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Der Sonnenstich
Date
1913-01-01
Page
Seite 236 (sequence 9)
Language
German
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236 meine Bemerkungen und fange um Gotteswillen Deine Erzählung nicht aufs Neue an! Wir wissen bereits, womit Deine Mutter sich beschäftigt hat, daß Dein Vater ein großer Gelehrter war und daß Du ihr einziger Sohn bist." „Mir bleibt nicht viel zu erzählen" — fuhr Jechiel fort. „Meine Mutter starb eines plötzlichen Todes, ohne Schmerzen und ohne Widdui*) und da auch , mein Vater wegen zunehmender Körperschwäche seine Tätigkeit als Melammed einstellen mußte, so entschlossen wir uns, uns im Beth Hamidrasch unseres Städtchens häuslich einzurichten, und widmeten uns dem Studium der Kabbalah." „Und wovon habt Ihr gelebt?" „Wovon wir gelebt haben? Mein Vater genoß als Gelehrter große Achtung, war ein Cohen und ein Mohel und wurde in dieser Eigenschaft zu jeder Hochzeit, Beschneidung, Pidjan Haben eingeladen, und da es bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich gutes Essen gab, so nahm er mich fast immer mit. Einen kleinen Nebenverdienst hatte mein Vater noch durch das Kaddischsagen für Leute, die kinderlos gestorben sind, durch das Besprechen des bösen Blicks, und außerdem fasteten wir sehr oft." „Du auch?" „Ja, ich auch. Mein Vater — im Gau Eden soll er ruhen — lehrte mich, eine kabbalistische Formel anwenden, die für das Stillen des Hungers sich vortrefflich eignet. Indessen verging längere Zeit, ehe sie sich bei mir bewährte, und daran hatte die Sünde Schuld." - „Was für eine Sünde?", fragten die Talmudjünger neugierig. Jechiel senkte den Blick zur Erde und antwortete nicht. „So erzähle doch weiter!" ermunterte ihn der Dichter. „Bald darauf," fuhr Jener mit einem tiefen Seufzer fort, „starb mein Vater um des heiligen Namens willen." „Um des heiligen Namens willen?" riefen die Hörer im Chor.!) S ünd enb ekenntrris.

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