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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Der Sonnenstich
Date
1913-01-01
Page
Seite 235 (sequence 8)
Language
German
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— 235 — „Ja," fügte der „Sched" lustig lachend hinzu, „er ist wirklich ein teurer Stein, aber noch ungeschliffen, und es ist zu befürchten, daß er, Gott bewahre, wenn er in die Hände des Schleifermeisters Zeit gerät, einen Sprung bekommen könnte." „Und ich heiße Simon Holz", sagte ein anderer. „Ein feuchtes Holz," glossierte der „Sched", „das sich nicht einmal zum Ofenheizen eignet." So ging es noch eine Weile weiter: an die jedesmalige Vorstellung knüpfte der „Sched" seine spitzen, witzelnden Bemerkungen. Als der Letzte seinen Namen genannt hatte, bestürmte man den Zugereisten, etwas aus seinem Leben zu erzählen. „Aber fasse Dich recht kurz." — mahnte der „Sched", „denn mein Magen knurrt vor Hunger " „Ich weiß nicht," stotterte Jechiel, „was Ihr von mir eigentlich wollt. Ich Hab' gar nichts zu erzählen." „Stuß!" drang es von allen Seiten aus ihn ein. — „Dann erzähl' uns von Deinen Eltern, von Dir, weshalb Du gerade unsere und nicht eine andere Gemeinde ausgesucht hast, erzähle ..." — Jechiel konnte dem ungestümen Drängen der lustigen Kollegen nicht widerstehen und begann: „Meine Mutter handelte mit Obst." „Um Gotteswillen — erwähne nichts Eßbares, wenn ich hungrig bin!" „Meine Mutter," begann Jechiel aufs neue, „handelte mit Obst, und mein Vater, sein Andenken sei gesegnet, war ein Melammed." „Das heißt," bemerkte der „Sched", „er war ein Schlemiel." Jechiel fing von neuem an: „ Meine Mutter war eine Obsthändlerin, mein Vater ein Melammed, und ich bin ihr einziger Sohn. Mein Vater war ein Meister der Geheimlehre; die Pforten der Mystik hatten sich für ihn weit aufgetan, und er konnte ungehindert ein- und ausgehen." „In einem Hause, dessen Pforten jedem Faulenzer weit aufstehen," platzte der „Sched" heraus, „ist wenig Segen. Indessen, lieber Jechiel, kümmere Dich nicht um

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